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Architekten Bez und Kock stellen ihren Entwurf vor

Musikzentrum

„Sehr glücklich“ waren sie alle angesichts des Siegerentwurfs für das Musikzentrum: Politiker, Dezernenten, die Stiftung und die Oberbürgermeisterin. Wieder ein wichtiger Schritt auf dem mühevollen Weg zum Ziel. Ottilie Scholz: „Das Musikzentrum hat ein Gesicht bekommen.“

BOCHUM

von Von Ronny von Wangenheim

, 24.05.2012
Architekten Bez und Kock stellen ihren Entwurf  vor

Der zweite Preis ging an JSWD Architekten Köln. Auffallend ist eine Stadtterrasse vor dem Saal.

„So nahe waren wir noch nie dran“, sagt Kulturdezernent Michael Townsend. Ottilie Scholz darauf: „Das haben wir schon viermal gesagt.“ Doch das folgende Gelächter klingt entspannt. Der Siegerentwurf der Architekten Bez und Kock findet allgemeine Zustimmung. Er ist sich nicht der originellste, der bombastischste, der schönste unter den zehn Entwürfen. Aber er ist kompakt, durchdacht und vor allem machbar.

In der dicht gedrängten Menge vor den Modellen und Entwürfen im Repräsentationsflur des Rathauses sind Martin Bez und Thorsten Kock gefragte Gesprächspartner. Immer wieder erklären sie ihre Idee, die Kirche im Stadtraum stärken zu wollen. Die Neubauten mit ihrem etwas helleren Klinker der Kirche anzupassen. Die Kirche nicht zu einem Musiksaal umzubauen, sondern als verbindendes Foyer zu nutzen. Dafür haben sie gleich zwei Bauten geplant. Links der große, 901 Plätze umfassende Konzertsaal, der durch angekoppelte Hohlräume über ein großes akustisches Volumen verfügt. Rechts zwei Multifunktionssäle, die 90 und 250 Plätze haben, aber auch zusammengelegt werden können.

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Die Entwürfe für das Musikzentrum

Seit Donnerstag sind die Entwürfe zur Gestaltung des Bochumer Musikzentrums im Rathaus zu sehen. Zehn Architekturbüros haben sich um den Bau beworben, gewonnen haben die Stuttgarter Architekten Martin Bez und Thorsten Kock. Sie stellen die Marienkirche ins Zentrum ihres Entwurfes.
24.05.2012
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Die Stuttgarter Architekten Martin Bez (l.) und Thorsten Kock erklären anhand ihres Modells ihre Ideen.© Foto: Dominik Möller
Die Zuschauerränge im großen Konzertsaal mit seinen 901 Plätzen laufen um das Orchester herum. Hohlräume an der Decke tragen zum großen akustischen Volumen bei.© Foto: Dominik Möller
Dass die Marienkirche in dem Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs so erhalten bleibt, sehen viele Bochumer als Glücksfall. Die Kirche wird zum Foyer, kann aber auch für eigenständige Veranstaltungen genutzt werden. Die Eingänge sind auf beiden Seiten des Chores. Der große Konzertsaal (vorne) und der kleine Multifunktionssaal auf der anderen Seite der Kirche passen sich mit ihrem Klinker der Kirche an. © Foto: Stadt Bochum
Der Querschnitt zeigt den an der Viktoriastraße entlang laufenden lang gestreckten Baukörper. Für einen Teil des Saals gehen die Stuttgarter Architekten unter die Erde. Rechts ist der kleine Multifunktionssaal zu sehen.© Foto: Stadt Bochum
Die Marienkirche wird zum verbindenden Foyer, kann aber auch für andere eigenständige Veranstaltungen genutzt werden.© Foto: Stadt Bochum
Entwürfe für das geplante Musikzentrum in Bochum werden am 24.05.2012 der Öffentlichkeit präsentiert. Wolfgang Horneck aus dem Kulturausschuss, Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz, Baudezernent Dr. Ernst Kratzsch, die Architekten Thorsten Kock und Martin Bez mit Kulturdezernent Michael Townsend (v.li.) und ihrem erstplatzierten Entwurf. © Foto:Lutz Leitmann / Stadt Bochum
Eine offene Stadtterrasse vor dem Konzertsaal gefiel der Jury beim Entwurf der JSWD Architekten Köln. Nicht nur deshab gab es am Ende den zweiten Preis.© Foto: Dominik Möller
Der spektakulärste Entwurf kommt aus Spanien. SelgasCano aus Madrid geht mit dem Konzertsaal in die Erde und überrascht mit einem begrünten Dach, das zum Teil auch begehbar ist.© Foto: Dominik Möller
Architekt Max Dudler gewann 2009 beim Wettbewerb zur Umngestaltung der Marienkirche den ersten Platz, Sein Entwurf für das Musikzentrum setzt den Mulktifunktionssaal in die Kirche und setzt bei der Fassade auf Transparenz.© Foto: Dominik Möller
Große Treppen führen bei Satijnplus Architekten aus den Niederlanden zum Konzertsaal empor. Auch dieses Architekturbüro hatte sich 2009 bereits erfolgreich am Wettbewerb zur Umgestaltung der Marienkirche beteiligt.© Foto: Dominik Möller
Den dritten Preis erzielte die Hascher Jehle Planungsgesellschaft aus Berlin. Auffallend bei ihrem Entwurf ist der asymmetrisch auf den Platz gesetzte Bau, der ebenfalls vom sonst fast durchgängig anzutreffenden Form des Schuhkartons abwich.© Foto: Dominik Möller
Gareth Hoskins Architects aus Schottland verbinden Saal und Kirche an der Seite zur Humboldtstraße. Durch Gänge entsteht ein offener Eindruck.© Foto: Dominik Möller
Klaus Roth ist der einzige Architekt, der das Kirchenschiff überbaut und nur noch den Turm sichtbar stehen lässt.© Foto: Dominik Möller
Drei Säle in einem sehr kompakten Gebäude platzieren Hilmer & Sattler und Albrecht aus Berlin.© Foto: Dominik Möller
Das Architekturbüro Keith Williams hat die Marienkirche komplett leer gelassen und die Säle in einem kompakten Bau untergebracht.© Foto: Dominik Möller
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Darüber ist vor allem Manfred Grunenberg glücklich. Der Leiter der Musikschule hatte bislang bei dem Gedanken an einen Musiksaal in der Kirche ein mulmiges Gefühl. Alles vorbei. „Diese Lösung lässt jede Kritik verstummen, die Idee eines für alle offenen Musikzentrums sei nur ein Feigenblatt“, sagt er und ergänzt: „Wir werden uns dieses Haus erobern.“ „Die Stadt ist im Zeitplan“, betont Townsend. Am 28. Juni wird der Entwurf den Rat passieren. Dann wird es noch einmal um zwei Themen gehen. Um die Stiftungs- und die Fördermittel des Landes. Und um den Kostenrahmen für den Bau. Dass die ersten Schätzungen leicht über dem zwingend vorgegebenen Rahmen von 32,93 Millionen Euro liegen, scheint kein Problem. Nicht für Townsend: „Das ist problemlos in den Rahmen hinein skalierbar.“ Nicht für die Architekten: „Wir warten jetzt die Ratssitzung ab und was noch für Änderungswünsche kommen.“ Erst mit der Ausschreibung könnten dann die genauen Kosten ermittelt werden. Später sagt Orchesterdirektorin und Stiftungsvorstand Marina Grochowski: „Es ist gut, dass keine Stararchitekten ausgewählt wurden, die keinerlei Abstriche an ihrem Entwurf hingenommen hätten.“

Britta Freis, Geschäftsführerin der Stiftung, dagegen hat unter den Besuchern bereits künftige Spender entdeckt. Was bedeutet der Endspurt für sie? „Verträge einsammeln.“ Sie ist sicher, dass die fehlenden 2,7 Millionen Euro zumindest über Bürgschaften gesichert werden. Und dann wird die nächsten Jahre weiter gesammelt. Bereits jetzt zeigt sich ein steigendes Interesse an Stuhlpatenschaften. 170 sind es bis jetzt. Kommen noch 500 dazu, sind alle Finanzierungssorgen gelöst.