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Archivcenter bietet Platz für 400 Kilometer Akten

Iron Mountain

GRUMME Das Archivcenter Iron Mountain lagert als Dienstleister fünf Millionen DIN-A4-Ordner über fünf Etagen auf 5000 Quadratmetern ein – das einspricht einer Länge von 400 Kilometern. Mit einem ausgeklügelten EDV-System ist jedes Dokument in null Komma nichts auffindbar.

von Von Maren Volkmann

, 27.04.2010

Es ist ein Traum für Ordnungsfanatiker: Fein säuberlich ist Box an Box gereiht, Kante auf Kante, scheinbar millimetergenau. Drei Kartons tief, drei hoch, neun zur Seite - so lautet die Faustregel. Fünf Etagen hoch, bis zu 22 Meter. Das Archivcenter des Unternehmens Iron Mountain im Gewerbegebiet Harpener Feld ist überhaupt nicht das, was man sich unter dem Begriff "Archiv" vorstellt: Kein Staub, keine muffigen, vergilbten Papierrollen - dafür High-Tech auf 5000 Quadratmetern. Monströse Stahlregale füllen die riesige Lagerhalle aus, die mehr an Supermarkt als an ein Archiv erinnert.

Das, was hier gelagert wird, sind Daten verschiedener Firmen. Verträge, Rechnungen - neben diesen physischen Akten aber auch E-Mails, Festplatten, Disketten, kurz: digitale Daten. "Wir begleiten den Lebenszyklus einer Geschäftsinformation", sagt Achim Lüer von Iron Mountain. Was bedeutet: Das Archivcenter stellt die Akten nicht lediglich in ein Regal, sondern pflegt jede Akte in ein zentrales System ein, versieht alle Boxen mit einem Barcode, digitalisiert Papier akten auf Wunsch und übernimmt auch die Vernichtung.

Hohe Sicherheit Das bietet zum einen Sicherheit: "In manchen Firmen steckt sich ein Mitarbeiter die Diskette mit wichtigen Geschäftsinformationen abends in die Jackentasche", erklärt Dr. Rüdiger Madrak von Iron Mountain. "Aber was ist, wenn er damit zur Konkurrenz geht?" Das kann hier nicht passieren: Sicherheitszäune, Flutlicht und Videoüberwachung schützen die sensiblen Daten vor fremdem Zugriff.

Dann gibt es noch den praktischen Aspekt: "Bei der gegenwärtigen Informationsflut und komplizierten Aufbewahrungsfristen fragen sich viele Firmen, ob sie ihr Archiv nicht lieber abgeben möchten", so Lüer.

Wird eine Akte benötigt, kann man auch nachts um 2 Uhr bei Iron Mountain durchklingeln - innerhalb von zwei Stunden sind die Daten da, via Internet oder durch einen Kurier angeliefert. "In manchen Firmen muss man erst einmal durch 25 Keller rennen", lacht Madrak. Bei Iron Mountain ist man nur einen Mausklick entfernt: Durch die interne EDV-Unterstützung sind die Daten in null Komma nichts gefunden. Bei fünf Millionen DIN-A4-Ordnern und insgesamt 400 Kilometer Akten fast ein kleines Wunder.