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Armin Petras' letzte Theatersaison in Berlin

Berlin (dpa) Der scheidende Intendant Armin Petras stellt seine letzte Saison am Maxim Gorki Theater Berlin unter das Motto «Aufstand proben».

Armin Petras' letzte Theatersaison in Berlin

Der scheidende Intendant Armin Petras vor dem Maxim Gorki Theater Berlin. Foto: Claudia Levetzow

Von den insgesamt 13 Neuinszenierungen 2012/2013 will der 48-Jährige bei drei Stücken selbst Regie führen, so bei Gerhart Hauptmanns «Bahnwärter Thiel» sowie - in Zusammenarbeit mit dem Staatsschauspiel Dresden - bei Bertolt Brechts «Leben des Galilei». Für den Dreiteiler «Demenz Depression und Revolution» zeichnet Petras unter seinem Pseudonym Fritz Kater auch als Autor verantwortlich.

«Haben Sie keine Angst, dass wir im letzten Jahr nicht mehr anwesend sein werden», sagte der Theatermacher am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Programms. Er verlässt 2013 vorzeitig Berlin und wechselt als Nachfolger von Hasko Weber an die Spitze des Staatstheaters Stuttgart.

Erneut machte Petras die ungenügende Finanzausstattung des Gorki Theaters für seinen Wechsel mitverantwortlich: «Es gibt eine klare Ansage an meine Nachfolger: So wie wir gearbeitet haben, wird man nicht weiterarbeiten können.»

Das Haus in Berlin-Mitte ist das kleinste Staatstheater der Stadt. Es erhält in diesem Jahr 9,5 Millionen Euro aus der Landeskasse. Mindestens eine halbe Million Euro mehr wären für einen ordnungsgemäßen Betrieb nötig, so Petras. Die Nachfolge übernimmt die türkischstämmige Regisseurin Shermin Langhoff vom Off-Theater Ballhaus Naunynstraße mit Co-Intendant Jens Hillje.

Zum Abschluss der Petras-Ära soll es am «Gorki» ein einwöchiges Festival mit Lesungen, Theateraufführungen und Musik geben, das an den 60. Jahrestag des Arbeiteraufstands vom 17. Juni 1953 erinnert. Mit Spannung dürfte im September auch die Inszenierung von Henrik Ibsens Drama «Ein Volksfeind» in der Regie von Jorinde Dröse erwartet werden: An der konkurrierenden Schaubühne bringt Intendant Thomas Ostermeier dasselbe Stück auf die Bühne.

Man habe lange darum gerungen, welches der beiden Häuser die Inszenierung übernehmen solle, sagte Petras. Die Ansätze seien aber so verschieden gewesen, dass sich eine doppelte Aufführung lohne. Als weitere Premieren sind etwa Schillers «Räuber» (Regie: Antú Romero Nunes), Lars von Triers «Idioten» (Michael Schweighöfer) und Shakespeares «Macbeth» (Robert Borgmann) geplant.

Zu dem Motto «Aufstand proben» habe es auch im Team sehr unterschiedliche Vorstellungen gegeben, sagte Chefdramaturg Jens Groß. «Vielleicht geht es letztlich um den sehr bunten, schillernden Traum davon, wach und lebendig zu bleiben.»

Maxim Gorki Theater

Staatstheater Stuttgart

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