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Arthrose: Die «Volkskrankheit» bei Vierbeinern

Frankfurt/Main (dpa/tmn) Meist schmerzt es den Besitzer selbst: Sein Hund stemmt die Vorderpfoten gegen den Boden und drückt sich qualvoll auf die Hinterbeine. Arthrose ist bei großen und alten Hunden eine Art Volkskrankheit.

Doch auch Dackel und Junghunde leiden unter den Gelenkschmerzen. «Man kann sagen, dass bis zu 90 Prozent der großen Hunde ab sieben Jahren an einer Arthrose leiden», sagt Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Je älter ein Hund wird, desto wahrscheinlicher sind die Probleme, fügt Martin Kramer, Professor für Chirurgie der Kleintiere an der Universität Gießen hinzu.

Doch schon Einjährige können unter Arthrose leiden», sagt Kramer. Und längst trifft sie nicht nur große Hunde. Denn die Gelenkerkrankung hat verschiedene Ursachen. «Man unterscheidet die primäre und die sekundäre Arthrose», erklärt Nico Wohllebe, Tierarzt an der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin. Erstere entsteht durch Überbeanspruchung der Gelenke. Der Knorpel wird dadurch abgenutzt, erklärt Kramer. Deshalb gelte insbesondere für Welpen: nicht am Fahrrad laufen, Treppenstufen meiden, kein Hürdenspringen! Außerdem sollten Halter grundsätzlich auf eine schlanke Linie ihrer Hunde achten.

Sekundäre Arthrose ist die Folge eines anderen Leidens. Tritt sie in der Hüfte auf, steckt oft eine Hüftgelenksdysplasie (HD) dahinter - eine angeborene Fehlbildung der Hüftgelenke. «Der Oberschenkelkopf ist entweder zu klein, oder die Hüftpfanne ist zu flach, und dadurch entsteht Spiel. Die Knorpelfläche wird dann abgerieben», erklärt Wohllebe. Falsche Fütterung kann ebenfalls eine HD beeinflussen.

Tritt die Arthrose an den Knien auf, kann ein Kreuzbandriss die Ursache sein. Anders als bei Menschen sei daran meist kein Unfall schuld, sondern Übergewicht oder eine Überfunktion der Nebenniere, so Wohllebe. Einer Arthrose im Ellenbogengelenk geht oft eine Knochenabsplitterung voraus.

Der beste Schutz ist laut Wohllebe, orthopädische Probleme früh zu erkennen und zu behandeln. Schon bei leichter Lahmheit sollte der Hund untersucht werden. Doch oft wird die Arthrose erst bemerkt, wenn das Gelenk dick wird oder der Hund ernsthaft lahmt. Für eine Heilung ist es dann laut Astrid Behr zu spät.

Dennoch muss der Halter nicht tatenlos zusehen, wie sein Hund sich quält. Ein möglicher Eingriff ist eine künstliche Hüfte. «Wir haben damit große Erfolge», sagt Wohllebe. Häufig könne der Hund schon am Tag nach der Operation wieder laufen. Die Behandlung kostet jedoch bis zu 3000 Euro, sagt Kramer.

Daneben gibt es Schmerztherapien mit Medikamenten. «Das geht durchaus über Jahre», so Kramer. Die Behandlung mit Muschelpräparaten und Fischölkapseln zielt hingegen darauf, die Knorpelsubstanz zu schützen. Distelöl helfe ebenfalls, sagt Wohllebe. «Das heißt nicht, dass es dem Hund innerhalb von 14 Tagen besser geht, aber nach einem halben Jahr können sich positive Effekte einstellen.»

Zudem stärkt Physiotherapie die Muskeln. Denn auch wenn die ersten Schritte schmerzen, sollten die Spaziergänge nicht wegfallen. Sonst baut sich die Muskulatur weiter ab. «Sie sollten mit ihrem Hund keinen Fünf-Stunden-Marsch machen», sagt Behr. «Aber mehrmals am Tag eine halbe Stunde Gassi gehen, tut ihm gut.»

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