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Attraktive Plätze sollen die Bergstraße verschönern

Ehemaliges Evinger Zentrum

Die Bergstraße hat schon bessere Zeiten gesehen: Einst galt sie als Evings "Westenhellweg", zahlreiche Läden von Backstuben über Blumen- und Tapetengeschäfte bis zur Feinkosthandlung säumten sie. Heute ist die Straße wie ausgestorben. Unabhängige Sozialwissenschaftler haben jetzt eine Standortanalyse durchgeführt.

EVING

, 14.10.2016
Attraktive Plätze sollen die Bergstraße verschönern

Die Bergstraße bietet ein tristes Bild. Die Sozialwissenschaftler schlagen vor, Fassaden zu renovieren, den Verkehr zu beruhigen und Plätze mit Aufenthaltsqualität zu schaffen. Das könne durch die Verbreiterung von Bürgersteigen, schrägeres Parken und Podeste in den Parkbuchten erreicht werden.

Wo früher viele Gaststätten, etwa das Haus Heuner an der Bergstraße 133, eröffneten, sieht es heute trist aus: Ladenleerstände, renovierungsbedürftige Fassaden, das verwahrloste Peine-Gelände. Was kann man tun, um die Bergstraße wieder schöner zu machen, haben sich Wirtschaftsförderung und Stadtbezirksmarketing gefragt.

Dabei wollten sie auch Außenstehende einen frischen Blick auf das Quartier werfen lassen und beauftragten das Kompetenzzentrum Social Design der Hochschule Niederrhein mit einer Standortanalyse. Martin Platzer stellte die Ergebnisse  vor rund 60 Zuhörern im Saal des Vereinshauses St. Barbara vor.

Warum wurden gerade diese Wissenschaftler beauftragt?

Diesem Forschungsbereich der Hochschule Niederrhein ist es gelungen, die Waldhausener Straße in Mönchengladbach zu reaktivieren. So etwas wünscht sich auch Eving für seine Bergstraße.

Mit welcher Methode sind die Sozialwissenschaftler vorgegangen?

Zum einen haben sie vorhandene Daten ausgewertet, zum anderen haben sie mit sogenannten Multiplikatoren - Politikern, Verwaltungsmitarbeitern, Vereinsvertretern, Gewerbetreibenden -, aber auch Anwohnern Interviews geführt. Schließlich gehörten Spaziergänge mit dem Blick für zwei Aspekte dazu: Wie sieht die gebaute Umwelt aus, und welche sozialen Handlungen finden hier statt?

Was haben sie auf diesem Wege über die Bergstraße herausgefunden?

Sie hat durch die Schließung der beiden Zechen Minister Stein und Fürst Hardenberg und durch die Verlagerung des Handels zur Evinger Mitte hin einen "Funktionsverlust" erlitten. Negativfaktoren wie das verwahrloste Peine-Gelände oder das Eckhaus Schillstraße wirken auf das ganze Quartier, so die Wissenschaftler. Anwohner beklagten eine schlechte Aufenthaltsqualität, Eltern ließen ihre Kinder etwa aus Angst vor Drogenkriminalität ungern nach draußen, Eigentümer würden kaum Vermietungschancen sehen, Händler nur den Bereich nahe der Evinger Mitte günstig beurteilen.

Gibt es gar nichts Positives?

Doch. Der Zafer-Markt und die türkischen Teestuben laufen erfolgreich, die Wohnsiedlungen in den Seitenstraßen werden als völlig intakt eingestuft.

Was ist das Hauptmanko?

Die Bergstraße habe keine gute Aufenthaltsqualität, urteilte Martin Platzer. "Es fehlen die Orte für spontane Nachbarschaftsbegegnungen."

Wie lässt sich das beheben? Was wird vorgeschlagen?

Den Verkehr beruhigen, die Bürgersteige an verschiedenen Stellen verbreitern, große Übergänge und einen durchgehenden Fahrradstreifen einrichten. Die Sozialwissenschaftler wollen Platz für Treffpunkte schaffen. Helfen kann dabei, die Autos schräg parken zu lassen, oder auch improvisierte Podeste in die Parkbuchten einzuarbeiten.

Wie haben die Evinger auf die Vorschläge reagiert?

Positiv. Viele wollen sich an der Verbesserung des Wohnquartiers beteiligen, wie Dorothee Lindemann-Güthe, die Geschäftsführerin des Evinger Stadtbezirksmarketings, mitteilte. Im Januar oder Februar 2017 soll ein Workshop stattfinden und nach einem Jahr dann ein erstes Resümee gezogen werden. Angedacht ist auch die Gründung einer Interessengemeinschaft Bergstraße. 

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