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Auf Buffalo Tom ist auch nach 30 Jahren noch Verlass

Berlin. Ein neues Album der Bostoner Alternativ-Rocker Buffalo Tom bietet immer Anlass zur Freude. Auch wenn ihr Comeback kleine Durchhänger hat, ist doch spätestens mit dem letzten Track die Welt wieder in Ordnung.

Auf Buffalo Tom ist auch nach 30 Jahren noch Verlass

Nach einer siebenjährigen Album-Pause kommen Buffalo Tom ruhig und in Frieden zurück. Foto: Lily Rose Garceau

Das Beste kommt zum Schluss beim neuen Album der bewährten Alternative-Rock-Band Buffalo Tom. Ihr Cover eines uralten Songs von Simon & Garfunkel krönt eine bis dahin grundsolide Platte, die den alten Zauber immerhin noch zeitweise ausstrahlt.

„The Only Living Boy In New York“ gehört in der Version von Buffalo Tom zu den mustergültigsten Interpretationen von Liedern des weltberühmten US-Folkpop-Duos. Die Wechsel- und Harmoniegesänge von Bandboss Bill Janovitz, seiner Frau Lucy und Chris Colbourn, dazu ein muskulös melodisches Folkrock-Arrangement mit flirrenden E- und Akustik-Gitarren - das geht gut fünf Minuten lang runter wie Öl.

Dabei fängt „Quiet And Peace“ (Scrawny/Schoolkids Records), das Comeback-Album dieser insgesamt 30 Jahre aktiven Truppe aus Boston, einigermaßen ernüchternd an: „All Be Gone“ ist ein eher stumpfer Indierocksong mit aufdringlichem Oh-Oh-Oh-Chorgegröle und recht klischeebeladenen Gitarrensoli. Zum Glück kommt mit der an Bruce Springsteen oder Tom Petty erinnernden gospeligen Ballade „Overtime“ bald Linderung.

Danach sind die von Bill Janovitz' edel wettergegerbter Stimme getragenen Lieder - etwa das pianogetriebene, zärtliche „Freckles“ oder „Least That We Can Do“ - durchaus auf einer Höhe mit den stärksten Songs der Buffalo-Tom-Historie. Dagegen fällt der hellere, flachere Gesang des Bassisten Colbourn deutlich ab - und damit auch die Qualität von Tracks wie „Roman Cars“, „CatVMouse“ oder „See High The Hemlock Grows“.

Ihre beste Zeit hatten Buffalo Tom in den 90ern, als ihnen mit „Let Me Come Over“ (1992), „Big Red Letter Day“ (1993), „Sleepy Eyed“ (1995) und „Smitten“ (1998) eine beeindruckende Albumserie gelang. Während und nach der Grunge-Ära gehörten Janovitz & Co - wie etwa die Sound-Verwandten Grant Lee Buffalo oder Toad The Wet Sprocket - zur sanfteren Folkrock-Fraktion innerhalb der Alternative-Bewegung.

Seit dem gelungenen Wiedereinstieg mit „Three Easy Pieces“ (2007) erweisen sich Buffalo Tom als sympathische, zuverlässige Indierocker, die das Rad nicht neu erfinden, aber ihre treue Fangemeinde immer wieder mit erfreulichen Platten beliefern. „Quiet And Piece“ macht da keine Ausnahme - nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

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