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Auf Walsafari am St.-Lorenz-Strom in Québec

Québec City (dpa/tmn) Blauwale, Buckelwale und Belugas schwimmen auf der Suche nach Nahrung tief hinein in den St.-Lorenz-Strom. Der Fluss gilt als idealer Ort für Walbeobachtungen. Zahlreiche Touristen kommen in die Provinz Québec in Kanadas Osten.

An der engsten Stelle des St.-Lorenz-Stroms liegt die Stadt Québec. Ihr Wahrzeichen, das riesige Château Frontenac, das mit seinen Türmen, Zinnen und Erkern wie eine Burg aussieht, ist noch lange sichtbar, wenn man mit dem Auto die City verlässt. Um die Spur der Wale aufzunehmen, geht es auf der „Route des Baleines“ entlang am nördlichen Ufer des St.-Lorenz-Stroms, der Lebensader der französischsprachigen Provinz Québec. Vorbei geht es am Künstlerort Baie-Saint-Paul mit seinen Galerien und entlang am Naturpark Charlevoix, wo Bootsausflüge in die Wildnis führen.

Die Autofähre setzt über den Saguenay-Fjord, der mit seinem tiefblauen Wasser in den St.-Lorenz-Strom mündet. Breit, von grün bewachsenen Bergen gesäumt, ist an den Ufern des Natur belassenen Fjords nicht ein Haus zu entdecken. Um so geschäftiger ist der Ort Tadoussac auf der anderen Seite, das Waltourismus-Zentrum schlechthin in Québec. Im Hafen laufen die unterschiedlichsten Boote zu Beobachtungstouren aus, Familien besteigen die Zwei-Deck-Katamarane.

„Da sind sie!“, ruft ein Mädchen nach kurzer Fahrtzeit. Zur Begeisterung aller zeigt sich in einigen hundert Metern Entfernung eine Gruppe von Finnwalen. „Das Besondere ist, dass wir hier die unterschiedlichsten Walarten haben, wie Zwerg- und Buckelwale, Belugas und sogar Blauwale“, sagt Anna Petraki. Die junge Biologin erzählt den Waltouristen über ein Mikrofon alles über die Tiere.

Während der Sommermonate schwimmen die Barten- und Zahnwale in dem nährstoffreichen Gewässer, um sich Fettreserven für viele Monate anzufressen. Aufgrund einer Strömung spült der tiefe Saguenay-Fjord Tonnen von Walnahrung wie Krill, Plankton und kleine Fische in den St.-Lorenz-Strom. Deshalb tummeln sich die Meeresriesen gerne direkt an der Fjordmündung.

Gezählt werden die Meeresriesen im Walforschungszentrum Marine Mammal Interpretation Centre (CIMM) von Tadoussac. Dort bekommen sie sogar Namen. „Die Buckelwale TicTacTow und Siam beispielsweise kennen wir seit 15 Jahren“, erklärt der Institutsleiter Patrice Corbeil. „Wir identifizieren sie an ihren Flossen, quasi ihre Fingerabdrücke.“

Die Prognose des Walforschers für die Könige der Meere, die seit Millionen von Jahren auf der Erde leben, ist gedämpft: „Vielleicht überleben sie“, hofft Corbeil. „Wir versuchen jedenfalls, die Besucher für den Walschutz zu sensibilisieren.“ Das angeschlossene, interaktive Walmuseum bietet einen Einblick in die Walforschung.

Wale ziehen die Menschen magisch an - 300 000 Besucher zählt Tadoussac in der Saison. „Der Wal fasziniert uns, weil er das Gefühl von Freiheit ausdrückt und unseren Beschützerinstinkt weckt“, glaubt Andree Laurence, die im Saguenay National Park arbeitet, wo Besucher durch Dünen wandern können.

Etwas weiter nordöstlich an der Küste, hat der Meeresbiologe Dany Zbinden in Portneuf-sur-Mer die Forschungsbasis „Mériscope“ eingerichtet, um die Kommunikation der Wale zu erforschen. „Die Wale können sich über Hunderte von Kilometern mit ihren Lauten verständigen“, erläutert der Schweizer. „Daher sind Wale auch sehr lärmempfindlich.“

Bei Trois-Pistoles bringt ein winziges Boot eine Hand voll Interessierter für einen Nachmittagsausflug auf die Île aux Basques. Diese idyllische Insel gilt als Geheimtipp. „Im 16. Jahrhundert haben baskische Walfänger hier ihren Fang verarbeitet“, erzählt Jean-Pierre Rioux, der die Besuchergruppe über das unbewohnte Eiland leitet.

Einige Kilometer weiter liegt die Nachbarinsel Île Verte. „Wir sind den starken Gezeiten ausgeliefert“, erklärt der Kapitän der Minifähre „La Richardière“, die 10 000 Personen im Jahr auf die „grüne Insel“ befördert, darunter auch viele Walfans. Nostalgiker zieht es gleich nach der Ankunft zum Leuchtturm. „Mit fast 200 Jahren ist er der älteste Leuchtturm von Québec“, erläutert Gérald Dionne stolz. Der 34-jährige Kanadier kümmert sich um die historische Anlage, in der Gäste auch übernachten können.

Von der grünen Insel der Ruhe geht es auf dem Highway 20 zurück nach Québec-City. Nach 236 Kilometern überquert eine riesige Brücke den St.-Lorenz-Strom. Dort erzählt man sich, dass sich schon einmal ein Wal so tief im Strom verirrt haben soll, dass er sogar von der Provinzhauptstadt aus gesichtet werden konnte.

Informationen: Fremdenverkehrsamt Destination Québec, Plögereistraße 14, 32602 Vlotho; Telefon: 05733/914 80, E-Mail: info@destinationquebec.de

Tourismus-Informationen über Kanada: www.kanadavisum.com

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