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Auf den Klick kommt es an

BOCHUM Geschnallt? Der Slogan auf dem Plakat ist kurz, aber prägnant. Unter dem Slogan ist ein Mädchen abgebildet. In seinem Kindersitz wird es bei einem Aufprall vom Gurt zurückgehalten. Nur ihr Teddy fliegt durch die Luft.

von von Nina Vogt

, 07.08.2008
Auf den Klick kommt es an

Ralf Greulich zeigt einen sicheren Kindersitz.

So sollte es aussehen, wenn Kinder bei einem Aufprall im Auto sitzen. Die Realität jedoch sieht anders aus. "2007 verunglückten im Bereich des Polizeipräsidiums Bochum 226 Kinder - 68 davon passiv", erklärte gestern Manfred Kibbas, Leiter der Direktion Verkehr. "Das heißt, sie waren als Insassen eines Fahrzeugs nicht aktiv an dem Unfall beteiligt." In Bochum waren es 47 passiv Verunglückte. "Doppelt so viele wie noch 2006", so Kibbas. Glücklicherweise seien keine Todesfälle dabei gewesen.

"Absonderliches" erlebten die Beamten des Präsidiums bei Kontrollen. "Das Auto wird zum Spielplatz. Kinder toben herum, sitzen neben Angehörigen auf dem Beifahrersitz - unangeschnallt", erzählte Rolf Greulich, Leiter der Verkehrssicherheitsberatung. Die Anschnallbereitschaft sei in den letzten zwei Jahren nicht nur bei Erwachsenen zurückgegangen. Auch Kinder würden oft nicht gesichert - oder falsch gesichert. "Vielen Eltern ist auch die neue Rechtslage noch nicht bekannt, nach der seit April Kindersitze mit älteren Prüfzeichen nicht mehr zulässig sind", sagte Greulich.

Nachlässigkeit

Dieses Unwissen und die laut Kibbas "verantwortungslose Nachlässigkeit" will die Polizei bekämpfen. "Auf den Klick kommt es an" heißt die Aktion, die zum Schulbeginn am 11. August startet und zunächst bis zum 5. September terminiert ist. Im Nahbereich von Kindergärten, Tagesstätten und Grundschulen wolle man flächendeckend Geschwindigkeits- und Gurtkontrollen durchführen, erklärte Manfred Kibbas. Wer sein Kind nicht angeschnallt hat, wird zur Kasse gebeten: 40 Euro und ein Punkt in Flensburg. Ist das Kind nicht richtig angeschnallt, kostet das 35 Euro.

Zusätzlich zu diesen repressiven Maßnahmen sei vor allem Prävention geplant, sagt Kibbas. Mit dem aufklärenden Puppenspiel um "Gordan, das Gürteltier" gehen die Beamten in alle Kindergärten. "Außerdem haben wir in den Kindergärten Flyer verteilt, die über unsere Verkehrssicherheitsberatung und die neue Rechtslage informieren", so Greulich. Sein Ziel: "Sanktionieren, informieren und vor allem überzeugen!" Seit dem 8. April haben sich die Vorschriften für die Verwendung von Kindersitzen europaweit geändert. Erkennbar sind die zulässigen Kindersitze an dem orangefarbenen Prüfzeichen: Wenn die Prüfnummer mit 03 (bisherige Prüfnorm ECE 44/03) oder 04 (neue Norm ECE 44/04) anfängt, sind die Sitze zulässig. Nicht mehr zulässig sind Sitze mit den Anfangsziffern 01 oder 02. Das Polizeipräsidium Bochum, zuständig für Bochum, Witten und Herne, bietet Verkehrssicherheitsberatungen an, an die sich Eltern auch in Fragen des richtigen Kindersitzkaufs wenden können. Terminabsprache telefonisch werktags ab 7 Uhr unter Tel. (0234) 9 09-51 21.