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Auf geht's nach Peking

BOCHUM Eine Bank vor dem Bergmannsheil hat Tamira Slaby als Ort für das Interview ausgesucht. Als sie sich hinsetzt, rutscht ihr Fuß an einer Kante ab. Hörbar schnappt sie nach Luft. Vorsichtig bewegt sie den Fuß - alles in Ordnung. Glück gehabt!

von von Nina Vogt

, 15.08.2008

Eine Verletzung zu diesem Zeitpunkt: undenkbar! Schließlich wurde Tamira gerade verabschiedet - nach Peking. Am 29. August geht es für die 16-Jährige los. Gemeinsam mit 28 Sportlern und Sportlerinnen aus NRW wird sie dort an den Paralympischen Spielen teilnehmen. Ihre Disziplinen: der 100- und der 200-Meter-Lauf.

Jeden Tag Training

"Die Vorbereitung ist anstrengend", sagt Tamira. Jeden Tag Training. Und dann diese Aufregung: "Ich bin total nervös." Da helfen auch die gut gemeinten Worte von Angelika Rüttgers nichts, Ehefrau des nordhrein-westfälischen Ministerpräsidenten. Im Klinikum Bergmannsheil hatte sie gestern im Rahmen der Kliniktour "Go for Paralympics" den Sportlern Glückwünsche mit auf den Weg gegeben. Die Kliniktour der Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken soll in diesem Jahr auf die Bedeutung des Rehabilitations- und Behindertensports aufmerksam machen.

Auf der Bühne in der Turnhalle des Klinikums hatte Angelika Rüttgers acht der 29 NRW-Sportler begrüßt. Tamira ist die jüngste. Der älteste ist Thomas Loosch. Mit 45 Jahren werden es für den Leichtathleten die letzten Paralympics sein. "Man sollte auf dem Höhepunkt aufhören", sagt er. Loosch kann Weltmeistertitel und eine Bronze- sowie eine Silbermedaille von den Spielen 2004 in Athen zu seinen Erfolgen zählen. "Jetzt braucht meine Familie mich", sagt er. Sein Sohn und seine Tochter verlangen nach Aufmerksamkeit. Und am schönsten wäre es natürlich, wenn er ihnen noch einmal eine Medaille schenken könnte.

Die Medaille, die will René Schramm auf jeden Fall erreichen. "Ich trainiere jeden Tag vier Stunden", erzählt der Leichtathlet. "Ich arbeite acht Stunden. Ich muss jeden Tag zur Physiotherapie. Ich habe praktisch keine Freizeit mehr. Das alles tue ich nicht um 5. oder 6. zu werden!"

Stolz wie Oskar

Ganz so ehrgeizig ist Tamira Slaby, die beim TV Wattenscheid trainiert, nicht. "Ich bin einfach stolz wie Oskar, dass ich überhaupt teilnehmen kann", sagt sie. "Ich kenne meine Gegner nicht, weiß auch nicht, wie ich auf das Klima dort reagieren werde. Ich lasse es einfach auf mich zukommen."