Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Auf zwei Rädern durchs Chaos - Delhi per Fahrrad erkunden

Neu Delhi (dpa/tmn) In Indien fährt nur Fahrrad, wer zu arm für ein motorisiertes Gefährt ist. Der Straßenverkehr ist gefährlich, Radfahren begreift niemand als Freizeitspaß. Trotzdem zeigen ein paar Enthusiasten Touristen Neu-Delhi vom Sattel aus.

/
Die Fahrradtour durch Delhi zeigt die Stadt auch von ihrer hässlichen und chaotischen Seite. Foto: Malte Laub

In Indien fährt normalerweise nur Fahrrad, wer zu arm für ein motorisiertes Gefährt ist. Foto: Karlheinz Schindler

Fahrradfahren in Delhi ist eigentlich kein Vergnügen. Ein paar Enthusiasten wollen das jetzt ändern und bieten Zweiradtouren durch die indische Metropole an. Foto: Malte Laub

Langsam rollt Karl-Heinz Krinn mit dem Fahrrad durch eine der engen Gassen in Delhis historischer Altstadt. Er muss es schaffen, gleichzeitig zu staunen und im Sattel zu bleiben. Überall sind Schlaglöcher, Fußgänger und hupende Motorräder. Dann hält der 50-Jährige an und wirft einen ungläubigen Blick in einen der Läden. Gibt es das? Kopfschüttelnd tritt er wieder in die Pedale.

Krinn ist Metzger. In seiner schwäbischen Heimat ist es undenkbar, dass sich einer mit dem Hackbeil ins unverglaste Fenster setzt und seiner Arbeit auf einem Holzpflock nachgeht. Auf dem Fleischmarkt in Old Delhi ist das normal. «Wir versuchen nicht, Dinge schöner zu machen, als sie sind, sie zu verstecken oder Orte zu meiden», wirbt Delhi by Cycle (sinngemäß: mit dem Rad durch Delhi) im Internet. Das von einem Niederländer gegründete Unternehmen organisiert seit 2008 Radtouren durch die indische Hauptstadt.

An diesem Frühlingsmorgen ist Krinn einer von acht Teilnehmern. Alle haben sich um kurz vor sieben am Delite-Kino eingefunden, um einen Teil der Millionenmetropole zu erkunden. Voran fährt Bert de Jong. Der 40-jährige Fremdenführer ist wie sein Chef Niederländer. Er kennt das indische Verkehrschaos. «Ich bin Ingenieur, aber ich habe keine Stelle gefunden, als meine Frau vor zweieinhalb Jahren hierher versetzt wurde.» Da habe er eben sein Hobby zum Beruf gemacht, sagt er und lacht: «Holländer lieben es, Fahrrad zu fahren.»

Zu Beginn der Tour fährt Metzger Krinn zurückhaltend, klingelt kaum und gewährt höflich Vorfahrt. Nicht das beste Rezept, um im Verkehr von Delhi ans Ziel zu kommen. Trotzdem erreichen er und die anderen wohlbehalten eines der Etappenziele der morgendlichen Tour.

Vor dem Gewürzmarkt am Chandni Chowk, der Schlagader Old Delhis, stauen sich Lastwagen und meterhoch beladene Ochsenkarren. Drinnen riecht es nach Chili und Pfeffer. Vom Dach sieht die Gruppe die imposanten Kuppeln und Minarette der Jama Masjid (Freitagsmoschee) und das mächtige Rote Fort. Die Wahrzeichen Delhis wurden im 17. Jahrhundert auf Geheiß des Mogul-Kaisers Shah Jahan errichtet.

Mit dem Finger beschreibt Fremdenführer de Jong die weitere Route: zuerst durch die Gasse, dann raus aus dem Gewirr ins vornehme Viertel Civil Lines, wo zu Kolonialzeiten die Briten lebten. Vier Touren bietet Delhi by Cycle an. Alle sind leicht zu fahren, denn Delhi ist flach und das Tempo gemächlich. Zudem wird überall am Straßenrand Chai verkauft. Die nordindische Spezialität - ein süßer, mit viel Milch gekochter Tee - ist eine willkommene Stärkung für die Radler.

Delhi by Cycle

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leben : Reisen

Spektakuläre Landschaften auf der Bundesgartenschau 2007

Gera/Ronneburg (dpa/gms) - «Spektakulär» ist für die diesjährige Bundesgartenschau nicht übertrieben. Um sich der Faszination Natur hinzugeben, sollten sich Besucher deshalb zwei Tage Zeit nehmen.mehr...

Leben : Reisen

Blumenschau im niederländischen Keukenhof eröffnet im März

Köln (dpa/tmn) Für Gartenliebhaber öffnet der Keukenhof in den Niederlanden am 20. März wieder die Tore zu seiner alljährlichen Blumenschau. Das teilt das Niederländische Büro für Tourismus in Köln mit.mehr...

Leben : Reisen

Blumenalleen und Irrgärten auf Jersey besichtigen

St. Helier (dpa/tmn) Auf der englischen Kanalinsel Jersey öffnen von April bis August wieder viele Privatgärten ihre Tore für Besucher. Jeweils sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr stehen sie zu einem Spaziergang ein, teilt das Tourismusbüro der Insel in St. Helier mit.mehr...

Leben : Reisen

Belgischer Blumenteppich erstmals in Prag

Frankfurt/Main (dpa/tmn) Ein farbenprächtiges Spektakel bietet sich Pragbesuchern am ersten Septemberwochenende: Ein Teppich aus Hunderttausenden Begonienblüten wird von 3. bis 5. September den Altstädter Ring bedecken.mehr...

Leben : Reisen

Blumenschau im Keukenhof: Liebesgrüße aus Russland

Köln (dpa/tmn) Unter dem Motto «From Russia with Love» steht in diesem Frühjahr die Blumenschau im Keukenhof in den Niederlanden. Zu sehen gibt es unter anderem ein großes Blumenmosaik, das die Basilius-Kathedrale in Moskau zeigt.mehr...

Leben : Reisen

In Zuiderwoude und anderswo: Zum Tee in den Garten

Zuiderwoude (dpa/tmn) Nicht jeder denkt bei Urlaub in den Niederlanden gleich an Tee trinken. Aber Möglichkeiten dazu gibt es mehr als genug, oft mitten im Grünen. Die Teekultur unseres Nachbarlandes lässt sich fast immer mit dem Fahrrad entdecken.mehr...