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Aufschwung ging an meisten Haushalten vorbei

Düsseldorf (dpa) Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland ist einer Studie zufolge auch zu Beginn diesen Jahres an den meisten Beschäftigten, Rentnern und ärmeren Menschen vorbeigegangen.

Aufschwung ging an meisten Haushalten vorbei

Der Schriftzug "Aufschwung" auf dem SPD-Bundesparteitag 2007 in Hamburg.

Das teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag in Düsseldorf mit. Sie hatte die Entwicklung vom Herbst 2004 bis ins erste Quartal 2008 untersuchen lassen. «Der Zuwachs an Wirtschaftsleistung ist in den vergangenen drei Jahren ganz überwiegend den Beziehern von Gewinn- und Vermögenseinkommen zugeflossen.» Daran hätten auch die verhältnismäßig hohen Tarifabschlüsse der vergangenen Monate nichts geändert. Die Konjunktur hat sich im zweiten Quartal 2008 abgekühlt.

Während die Unternehmen in der guten Konjunkturlage ihre Gewinne stark gesteigert hätten, seien die realen Nettolöhne pro Arbeitnehmer zwischen den Jahresenden 2004 und 2007 insgesamt um 3,5 Prozent gesunken. An diesem Wert habe sich seit Jahresbeginn nichts geändert. «Es ist nicht nur ein mehrheitliches Gefühl der Bevölkerung, dass sie vom Aufschwung nicht profitiert.

Es ist Realität. Trotz eines gut dreijährigen Konjunkturaufschwungs ist die reale Einkommenssituation vieler Haushalte heute schlechter als zuvor», schreiben die Konjunktur-Forscher Camille Logeay und Rudolf Zwiener. Im Auftrag der Stiftung hatten sie die Aufschwungphase mehrfach untersucht

Das reale Einkommen eines Vier-Personenhaushalts mit einem Alleinverdiener sank demnach seit Herbst 2004 um 3,5 Prozent, das eines Ein-Personen-Haushalts ging um 2,6 Prozent zurück. «Derartige Reallohnverluste in einer Phase wirtschaftlicher Prosperität sind neu: Im vorigen Aufschwung, der elf Quartale zwischen 1998 und 2001 umfasste, stiegen die realen Nettolöhne pro Kopf noch um vier Prozent.»

Auch staatliche Überweisungen an Privat-Haushalte - etwa Renten - seien real deutlich geschrumpft, hieß es. «Preisbereinigt sanken diese Transfers um sieben Prozent. Im vorigen Aufschwung waren sie hingegen um rund vier Prozent gestiegen. Insgesamt stagnierte das preisbereinigte verfügbare Einkommen der privaten Haushalte, während es im letzten Aufschwung noch um sieben Prozent gewachsen war.»

Zu den realen Einkommenseinbußen hätten nicht nur niedrige Abschlüsse bei Löhnen und Gehältern beigetragen, analysieren die Forscher. Auch die Mehrwertsteuer-Erhöhung wirke sich aus.

Die Gewinne der Unternehmen seien unterdessen seit 2004 «geradezu explodiert», schildern die Forscher: Die nominalen Bruttogewinne der Unternehmen wuchsen laut der Studie in diesem Aufschwung um 25 Prozent - nach fünf Prozent im vorhergehenden Zyklus.

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