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Aus dem Knast zurück ins Milieu

WITTEN Als geradezu beängstigend bezeichnete Richter Bernd Grewer die Rückfallgeschwindigkeit eines 31-jährigen Witteners, der sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht verantworten musste.

von Von Andreas Tietz

, 25.10.2007

Der Mann hatte im August - nur einen Monat nach seiner Entlassung aus zweijähriger Haft - in der Galeria Kaufhof einen Lego-Baukasten im Wert von rund 45 Euro gestohlen und war dabei von einem Detektiv auf frischer Tat ertappt worden.

Beim Versuch, den 31-Jährigen zu stellen und seine Personalien festzustellen, kam es zu einer Rangelei, in deren Verlauf der Detektiv leichte Blessuren erlitt.

„Ich hatte Angst, weil mir plötzlich die Konsequenzen durch den Kopf gingen“, begründete der geständige Angeklagte seinen Fluchtversuch.

Sein erneutes Abtauchen in die Wittener Drogenszene begründete der nach eigenen Angaben seit zwölf Jahren drogenabhängige Mann damit, das er schwach geworden sei.

Das Spielzeug habe er im Auftrag gestohlen, um dafür Heroin zu erhalten. Den Namen seines Auftraggebers wollte er aus Furcht vor Racheakten nicht nennen.

„Sie sind überhaupt nicht stark geblieben“, hielt dem Richter Grewer entgegen, der es besonders verwerflich fand, dass der arbeitslose Angeklagte zwar seinen Drogenkonsum mit mehreren hundert Euro im Monat finanziert habe, aber keinen Unterhalt für seine beiden Kinder zahle.

Angesichts seiner Vorstrafen und seines Verhaltens in früheren Bewährungsfällen sei der 31-Jährige darum „nicht bewährungswürdig.“

Das Gericht verurteilte den Mann darum wegen Diebstahls und Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung, ließ ihm aber die Möglichkeit zur Haftaussetzung offen, sollte er kurzfristig eine stationäre Drogentherapie antreten.