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Aus zecheneigenen Ziegeln gebaut: Derner Müsersiedlung wird 100

DERNE Aus der zecheneigenen Ziegelei wurden die Steine für den Bau der Häuser in der Müsersiedlung geholt. Sie wurde 1908 im Stil einer Gartenstadt gebaut: Jetzt wird das 100-Jährige gefeiert.

von Von Petra Frommeyer

, 15.08.2008
Aus zecheneigenen Ziegeln gebaut: Derner Müsersiedlung wird 100

Auch ein Teil der Siedlung: das sogenannte Kloster an der Altenderner Straße.

Ruhr-Lippe-Mieter leben an der Bogen-, Müser-, Goesebrink- und Glückstraße sowie Teilen der Altenderner Straße Tür an Tür mit Hauseigentümern. Inzwischen sehr einig, was sich u.a. daran zeigt, dass das Jubiläumsfest neben der Ruhr-Lippe-Wohnungsgesellschaft gemeinsam vom Wohnrat Müsersiedlung und der Müser-Siedlergemeinschaft veranstaltet wird.

Benannt wurde die Gneisenau-Bergarbeiterkolonie nach dem Geheimrat Robert Müser von der Harpener Bergbau AG. Zunächst wurden Wohnhäuser nur für Beamte und Steiger errichtet. Die Bebauung für die Kumpel kam in den folgenden drei Jahrzehnten. Diesen kleinen geschichtlichen Rückblick gab Christoph Wiesmann, Zweigstellenleiter der Ruhr Lippe-Wohnungsgesellschaft, bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms.

Einer der sich noch gut an die alten Zeiten erinnert, ist Ludwig Gallistl aus der Bogenstraße, dessen Großeltern 1908 hier einzogen. Auch die Eltern hielten Derne die Treue, und er selbst kann sich auch kein anderes Zuhause vorstellen. „Die Nachbarschaft ist toll. Wer lieb ist, bekommt zum Geburtstag immer einen Kuchen. Wo hat man das sonst?“ sagt Ehefrau Hannelore. „Und wo hat man als Mieter solche wunderschönen, großen Gärten?“ ergänzt Christoph Wiesmann. Ludwig Gallistl schmunzelt: „Genau. Dort wurde früher Getreide angebaut, wurden Hühner und Gänse gehalten. Als ich Kind war, hatten wir einen kleinen Ziegenbock, der zu Pfingsten geschlachtet werden sollte. Aber niemand brachte es fertig. Doch irgendwann überwog doch der Hunger.“ Mieter, die Jahrzehnte treu bleiben: Die Ruhr-Lippe-Wohnungsgesellschaft kann sich glücklich schätzen. Leerstände gibt es so gut wie keine. Obwohl die Wohnungen mit bis zu 71 Quadratmetern nicht sehr groß sind, den Menschen gefällt das Leben in der Müsersiedlung. „Es gibt hier wirklich eine große Identifikation“, freut sich Bezirksleiter Andreas Merle. Ende 1999/Anfang 2000 wurde das sogenannte „Kloster“ an der Altenderner Straße, das ursprünglich nur Wohnraum für Steiger bot, renoviert. Hier sind die Wohnungen bis zu 130 Quadratmeter groß. Die Instandsetzung der Häuser innen sowie außen an der Bogenstraße sind ebenfalls abgeschlossen.

  • Das Fest zum 100-jährigen Bestehen der Müsersiedlung findet am Samstag (23.8.) von 11 bis 22 Uhr auf dem Schulhof an der Nierstefeldstraße statt.
  • Auf die Gäste wartet ein buntes Programm mit den Original Brömmelkamps, Musik mit Wolfgang Braser, Torwandschießen mit attraktiven Preisen, Kinderschminken, Zauberern und Jongleuren sowie Kaffee, Kuchen und Leckerem vom Grill.
  • Schirmherren sind Harald Schartau (MdL) und Michael Lüning (BV).
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