Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Australisches Parlament beschließt Ehe für alle

Canberra. Auch in Australien wird es bald die Ehe für alle geben. Nach jahrelangem Hin und Her geht die Abstimmung im Unterhaus erstaunlich deutlich aus.

Australisches Parlament beschließt Ehe für alle

Die Parlamentsmitglieder Cathy McGowan, Adam Brandt und Andrew Wilkie präsentieren in Canberra eine Regenbogenfahne. Foto: Mick Tsikas

Nach jahrelangen Debatten werden gleichgeschlechtliche Paare nun auch in Australien bald heiraten können. Das Unterhaus des australischen Parlaments in der Hauptstadt Canberra beschloss am Donnerstag mit großer Mehrheit die Ehe für alle.

Von 150 Abgeordneten stimmten nur vier dagegen. Vergangene Woche hatte das Oberhaus, der Senat, bereits grünes Licht gegeben.

Der konservative Premierminister Malcolm Turnbull, der selbst mit Ja stimmte, sagte: „Australien hat es geschafft!“ Vermutlich wird es nun schon im Januar die ersten Eheschließungen von Frau und Frau sowie Mann und Mann geben. In Städten wie Sydney und Melbourne gibt es eine große schwule und lesbische Gemeinde. Dort wurde am Donnerstag gleich gefeiert.

In einer Volksbefragung hatten sich kürzlich 61,6 Prozent der Australier dafür ausgesprochen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Das Ergebnis fiel deutlicher aus als von vielen erwartet. Für das Parlament war die Befragung per Brief - im Unterschied zu einer Volksabstimmung - allerdings nicht bindend.

Turnbull hatte trotzdem zugesagt, die Ehe für alle schnellstmöglich umzusetzen, auch gegen Widerstände in seiner Partei. Die Opposition aus Sozialdemokraten und Grünen war schon länger dafür. Im Parlament sprach der konservative Premier nun von einem großartigen Tag für Liebe und gegenseitigen Respekt. Im Unterhaus dauerte der Applaus nach Bekanntgabe des Ergebnisses mehr als sechs Minuten.

Mittlerweile ist homosexuellen Paaren die Eheschließung in mehr als 20 westlichen Demokratien möglich. In Deutschland ist sie seit dem 1. Oktober erlaubt.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Ausland

Trump äußert Mitgefühl für beschuldigte Männer

Washington. Wieder löst Donald Trump mit einem Tweet Wirbel aus. Im Zeitalter der #MeToo-Bewegung beklagt er das Schicksal beschuldigter Männer. Kein Wort über die Opfer.mehr...

Ausland

Oxfam: Ungleichheit gefährdet Demokratien und Gesellschaften

Davos. Die extreme Armut in der Welt nimmt zwar seit Jahren ab - doch die Kluft zwischen Arm und Reich wird nicht kleiner. Vielmehr würden die Reichen immer reicher, schreibt die Organisation Oxfam. Das berge gewaltigen Sprengstoff.mehr...

Ausland

EuGH: Scharia-Scheidung muss nicht anerkannt werden

Luxemburg. Ein Deutsch-Syrer erklärt in der alten Heimat seine Ehe vor einem religiösen Gericht für beendet und will dies in München anerkennen lassen. Dort beruft man sich auf EU-Vorschriften - zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellt.mehr...

Ausland

Kommission: Zehntausende Kinder in Australien missbraucht

Sydney. Fünf Jahre lang hat sich eine offizielle Kommission mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern in Australien beschäftigt. Jetzt legt sie ihren Abschlussbericht vor. Die Opfer: Zehntausende.mehr...

Ausland

Frauen erneuern Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump

New York/Washington. Die #MeToo-Bewegung hat in den USA zu einer Reihe von Rücktritten im Kongress geführt. Das hat Fragen danach aufgeworfen, warum die Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump letztlich folgenlos geblieben sind. Nun bekräftigen einige Frauen ihre Anschuldigungen.mehr...

Ausland

Saudi-Arabien hebt Verbot von Kinos auf

Riad. Die Gesellschaft des Königreichs ist geprägt durch eine extrem konservative Lesart des Islam. Durch der Reformdruck wächst. Kinos sollen auch das Wirtschaftswachstums Saudi-Arabiens antreiben.mehr...