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Autos gingen als fahrende Zeitzeugen an den Start

Rallye Ruhrgebiet Classic

Mit der Rallye Ruhrgebiet Classic gewährt der Motorsportclub Ruhr Blitz bereits zum zweiten Mal einen Blick auf fast 70 Jahre Automobiltechnik. Eigens dafür waren diesmal sogar Ausstellungstücke des Opel-Museums in Rüsselsheim vertreten.

BOCHUM

von Von Karim Laouari

, 15.08.2010

Wenn man einmal in dem Opel Kapitän von 1949 Platz genommen hat, ist es wie eine Zeitreise in längst vergangene Tage. Das graue, kugelige Gefährt ist ein Auto, wie jeder es kennt. Und doch so anders, als alles, was sonst fährt. Das beginnt bei den Handbewegungen, die jedem Autofahrer in Fleisch und Blut übergegangen sind, aber im Jahr 1949 noch nichts bewirkt haben: zum Beispiel der Griff nach links zum Sicherheitsgurt."Wo ist der Blinker hin?" Pilot Kai-Uwe Engel und Copilot Manuel Schlesies müssen das ein oder andere Mal umdenken. Da wandert die Hand des Fahrers an jeder Kreuzung zunächst zur linken Lenkradseite. "Ach, wo ist denn jetzt der Blinker noch mal hin?", fragt Opelaner Engel. Ein kurzer Blick über das Armaturenbrett mit all diesen unbekannten Hebeln. Dann ist er gefunden, der Blinker: "Ach ja, da oben", lacht Engel und auch sein Beifahrer amüsiert sich darüber, dass man vor 60 Jahren noch umständlich einen kleinen Kipphebel auf der Oberseite des Armaturenbretts umlegen musste.Richtungsanzeige Noch lauter wird das Lachen, als Engel die beiden Richtungsanzeiger an der Außenseite des Wagens betätigt. Die beiden Winker klappen rechts oder links wie kleine Flügelan den Seiten des Kapitäns aus und zeigen an, wo es hingehen soll. Bei solch einem Anblick bleiben die Fußgänger und Radfahrer natürlich stehen und staunen über das gemütlich daher fahrende Relikt aus längst vergangenen Zeiten.Faszination ist ungebrochen Das freut auch Detlef Jakob und seine Frau Nicole. Zeigt es doch, dass die Faszination für Oldtimer ungebrochen ist. Den belustigten Blicken können sich die beiden in ihrem Kadett A Coupé aber auch nur schwer entziehen, zieht der rüstige Opel aus dem Jahr 1965 auch noch einen kleinen Wohnanhänger aus dem selben Jahrzehnt hinter sich her. Seit 16 Jahren pflegt der Kfz-Meister seinen Kadett, der dem alten Opel-Werbespruch "der Zuverlässige" alle Ehre macht.Verschlucken Nur hier und da verschluckt sich der Oldtimer manchmal und mag dann nicht mehr so recht anspringen. Das aber sei "eine neue Entwicklung", erklärt Jakob mit sorgenvoller Stimme. Das alte Schätzchen liegt seinem Besitzer sehr am Herzen. Auch das restliche Starterfeld bei der zweiten Auflage der Rallye Ruhrgebiet Classic präsentiert sich in tadellosem Zustand. Einer der ältesten motorisierten Teilnehmer ist ein Opel Moonlight Roadster von 1933: ein eleganter, offener Zweisitzer in Dunkelgrün, von dem es nur noch wenige gibt. Neben dem Wettkampf um Zeit und Punkte geht es bei der Rallye vor allem darum, die Autos zu fahren und zu zeigen.