Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Autos mit Brennstoffzelle: Schleppender Start

Köln (dpa/tmn) In Zeiten, in denen Feinstaubbelastung und Klimawandel Autofahrer verunsichern, klingen die Eigenschaften der Brennstoffzelle fast zu schön, um wahr zu sein: Aus dem Auspuff eines Brennstoffzellenautos entweicht nur Wasserdampf.

/
Bereits in Produktion: Honda will mit dem Brennstoffzellen-Auto FCX Clarity in den USA und in Japan Erfahrungen sammeln. (Bild: Honda/dpa/tmn)

Härtetest für die Zukunftstechnik - Mercedes hat die Brennstoffzelle für die B-Klasse im eiskalten Lappland erprobt. (Bild: Daimler/dpa/tmn)

Auch General Motors entwickelt Brennstoffzellen-Antriebe - hier der Prototyp GM HydroGen4 auf Basis des Geländewagens Chevrolet Equinox. (Bild: General Motors/dpa/tmn)

Und anders als das Öl wird der Wasserstoff nicht knapp. Dennoch tun sich die Hersteller schwer mit der Technik. Seit Jahren wird geforscht, aber bislang gibt es nur Prototypen und Kleinserien. «Das Brennstoffzellenauto ist noch nicht morgen in großen Volumen umsetzbar», sagt Ford-Sprecherin Monika Wagener in Köln. Im Prinzip ist ein Brennstoffzellenauto ein Fahrzeug mit Elektroantrieb. Die nötige Energie wird aus dem Wasserstoff gewonnen, dessen chemische in elektrische Energie umgewandelt wird.

«Wir sehen ein hohes Potenzial in der Brennstoffzelle, wenn es um ein lokal-emissionsfreies Fahren geht», sagt Matthias Brock von der Daimler AG in Stuttgart. Mit rund 100 Fahrzeugen habe Mercedes heute die weltweit größte Brennstoffzellenflotte. Derzeit entwickele der Konzern die B-Klasse mit Brennstoffzellenantrieb, die von 2010 an in einer Kleinserie produziert werden soll.

Andere Hersteller sind zurückhaltender mit Zeitprognosen. «Wir reden beim Brennstoffzellenantrieb über Zeithorizonte bis 2020 und darüber hinaus», sagt beispielsweise Harthmuth Hoffmann von VW in Wolfsburg. Der Wasserstoff macht den Ingenieuren noch mächtig Probleme: Wie wird er hergestellt, wie zum Kunden transportiert und wie an Bord gespeichert? «Da gibt es zwar schon Ideen, aber die können noch nicht die Lösungen für die Großserie sein», so Hoffmann.

Wegen der noch kaum verfügbaren Tankstellen finden heute Praxisversuche mit Brennstoffzellenautos vor allem in den USA statt. Zum Beispiel will Honda 200 Exemplare vom FCX Clarity in den kommenden drei Jahren bauen und gewerblichen Kunden in den USA und in Japan als Leasingfahrzeuge anbieten, sagt David Plättner von Honda Deutschland in Offenbach. Auch Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) schickt in den USA 100 Brennstoffzellenprototypen auf die Straße.

Doch braucht es überhaupt ein emissionsfreies Auto? «Der Charme der Emissionsfreiheit ist irrelevant», sagt Andreas Ostermeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt in Dessau. «Benziner und Diesel sind heute lufthygienisch kein Problem.» Euro-4-Benziner stellten schon heute das Optimum dar, was spätestens mit Euro 6 auch beim Diesel erreicht sei. «Heute stehen Probleme wie Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß auf der Agenda», sagt Ostermeier. Und da hat aus Sicht der Umweltschutzbehörde die Brennstoffzellentechnik ganz schlechte Karten.

Denn die Herstellung von Wasserstoff ist aufwendig. Die Hoffnung der Autoindustrie, irgendwann einmal erneuerbare Energie aus Wind, Wasser oder Bioabfällen für die Wasserstoffproduktion nutzen zu können, teilt Ostermeier nicht. Es könnte durchaus bis zum Jahr 2030 dauern, dass für solche Projekte genügend Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht. Von der Gesamtenergiebilanz her betrachtet sei es besser, so lange auf Benzinautos zu setzen. Und wahrscheinlich gebe es bis dahin auch brauchbarere Elektroautos, die dank leistungsfähiger Batterien und Reichweitenverlängerer deutlich größere Aktionsradien hätten als heutige Modelle.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leben : Auto

Test: Vor allem jüngere Autobesitzer sparen bei Versicherung

Berlin (dpa/tmn) Ende November ist wieder Stichtag für die Kündigung der alten Kfz-Versicherung. Ein aktueller Vergleich zeigt: Ein Wechsel der Police kann mehrere hundert Euro Ersparnis im Jahr bringen. Auch über die Leistungen können Autofahrer Beiträge nach unten drücken.mehr...

Leben : Auto

Automarken signalisieren Selbstbild und Gruppenzugehörigkeit

Essen (dpa/tmn) Nur Transportmittel oder doch Statussymbol? Ob nun bewusst oder unbewusst, beim Autokauf bestimmen praktische, aber auch emotionale Aspekte unseren Entscheidungsprozess.mehr...

Leben : Auto

Ein Klassiker für die Garage - Wie der Oldtimerkauf gelingt

Stuttgart (dpa/tmn) Vom eigenen Oldtimer träumen ist einfach, den richtigen zu finden, deutlich schwerer. Denn der Klassiker muss zu den eigenen Vorstellungen passen, darf nicht zu teuer und kein Blender sein.mehr...

Leben : Auto

Sturmschäden am Auto schnell der Versicherung melden

Henstedt-Ulzburg (dpa/tmn) Wenn heftige Stürme durchs Land jagen und Bäume umwerfen, stehen oft leider Autos darunter. Die Schäden übernimmt meist die Versicherung. Halter sollten sie schnell informieren.mehr...

Leben : Auto

Nur zum Einfädeln rote Ampel überfahren: Fahrverbot

Dortmund (dpa/tmn) Wer über eine rote Ampel fährt, riskiert seinen Führerschein. Das gilt auch, wenn der Fahrer sich anschließend kaum von der Ampel entfernt. Dagegen wehrte sich ein Verkehrssünder, blieb damit jedoch ohne Erfolg.mehr...

Leben : Auto

Vier Spuren auf einmal: Moderne Blitzer machen keine Pause

Wiesbaden (dpa/tmn) Der gute alte Starenkasten war einmal. Moderne Blitzer kommen im schlanken Säulendesign daher, und sie haben auch keine Filmkassette mehr, die irgendwann voll ist. Selbst unsichtbare Infrarot-Blitzer kommen inzwischen zum Einsatz.mehr...