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Axel Biermann will Millionen ins Ruhrgebiet locken

Essen (dpa) Kohle, Stahl und sterbende Arbeiterviertel - solche hartnäckigen Ruhrgebietsklischees können Axel Biermann manchmal in den Wahnsinn treiben.

Axel Biermann will Millionen ins Ruhrgebiet locken

Mit einer überdimensionalen «Ruhr Top Card» ist Axel Biermann unterwegs.

Dass im einstigen «Pott» die meisten qualmenden Schornsteine längst durch moderne Büros, Freizeiteinrichtungen, Einkaufstempel und viel Grün abgelöst wurden, hat der 42-Jährige in elf Jahren als Touristikchef der Stadt Oberhausen miterlebt. Seit Anfang Juli wirbt Biermann als neuer Geschäftsführer der Ruhrgebiet Tourismus Gesellschaft (RTG) für die Vorzüge der ganzen Region. Ein wichtiger Trumpf soll das Kulturhauptstadtjahr 2010 im Ruhrgebiet werden: «Das ist die Rakete, die uns ins All schießt.»

Biermann ist in Stuttgart geboren, hat in Trier studiert und in seinem ersten Job die Stadt Saarburg vermarktet. Als «Mann von draußen» macht er sich keine Illusionen über das Image des Ruhrgebiets: «Wir sind nicht Heidelberg, München oder Köln. Ins Ruhrgebiet fährt man nicht, weil es das Ruhrgebiet ist.» Umso wichtiger sei gutes, anlassbezogenes Marketing - und zwar mit Identifikationspunkten, die wirklich jeder kennt.

In Oberhausen ist das der Gasometer - einst Europas größter Gasspeicher und inzwischen als kultureller Veranstaltungsort das Wahrzeichen der Stadt. Daneben hat sich mit dem Centro eines der größten deutschen Einkaufszentren angesiedelt, das Sea-Life-Großaquarium und die nahe gelegene Konzert- und Musicalhalle locken Hunderttausende. Biermann, der hartnäckige Tourismusprofi, hat nicht locker gelassen, diese Vorzüge gebührend anzupreisen: «Wir haben Busunternehmer eingeladen, die erst skeptisch und dann begeistert waren.» Heute kommen im Jahr 250 000 Bustouristen in die Stadt.

Bundesweit wahrnehmbare «Identitätsstifter» herausstellen und auf allen Ebenen bewerben - nach diesem Motto will Biermann in den eineinhalb Jahren bis zur Kulturhauptstadt-Eröffnung Anfang 2010 das Ruhrgebiet nach vorn bringen. Beim zentralen Symbol der ganzen Kampagne - der Zeche Zollverein in Essen - sieht der Tourismusfachmann allerdings noch Nachholbedarf. «Auf Zollverein fehlt ein massentauglicher Anziehungspunkt.» Ein solcher Punkt entstehe dort aber mit dem Ruhrmuseum, das derzeit im Bau ist. Der Touristiker würde aber am liebsten auch den Plan wiederbeleben, die Schächte der 1986 stillgelegten Großzeche für Besucher zu eröffnen.

Für Hotels, Veranstalter, Museen und Theater im Ruhrgebiet gibt es den Tatendrang des neuen Tourismuschefs aus Schwaben nicht umsonst: Wenn sie beworben wird, soll die Privatwirtschaft stärker als bisher auch dafür zahlen. So will Biermann für seine Tourismuszentrale mehr Unabhängigkeit von den zusätzlichen Landeszuschüssen. «Sonst können sie nicht langfristig planen. Hier mal ein Radweg, da mal eine Image-Broschüre - so kommen wir nicht weiter.»

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