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BER-Betreiber: Bosch und Siemens geben Terminzusagen

Berlin. Die Baustelle des Hauptstadtflughafens ist für Baufirmen keine schlechte Adresse: Es gibt immer was zu tun, die Fertigstellung verzögert sich immer wieder. So einfach soll es nicht mehr sein.

BER-Betreiber: Bosch und Siemens geben Terminzusagen

Nach der für 2020 geplanten Eröffnung braucht das Unternehmen noch einmal 770 Millionen Euro für den Ausbau des Flughafens. Foto: Christophe Gateau

Am neuen Hauptstadtflughafen haben sich nach Betreiberangaben weitere wichtige Baufirmen auf feste Terminpläne eingelassen.

Bosch habe zugesagt, seine Arbeiten an der Sicherheitstechnik im Terminal einschließlich der Sachverständigenprüfungen bis zum Februar 2019 zu beenden, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag in Berlin. Zudem werde Siemens die entsprechende Steuerung bis zum Jahresende programmieren. Diese Vereinbarungen trügen dazu bei, den Termin zur Inbetriebnahme des Flughafens im Oktober 2020 sicher zu halten, sagte Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung.

Seit der geplatzten Flughafeneröffnung 2012 war ein großes Problem auf der Baustelle, dass die Firmen auf Stundenbasis angefordert wurden - ohne Fristen und damit ohne große Möglichkeiten für Vertragsstrafen. Kernproblem ist der Brandschutz. Das Terminal war in der Bauphase immer wieder umgeplant und größer angelegt worden, ohne die Haustechnik grundlegend neu zu konzipieren.

Bosch habe nun in einen Vertrag eingewilligt, der je nach Leistung Zuschläge und Abzüge vorsehe, sagte Lütke Daldrup. Im Dezember war auch mit Caverion ein Zeitplan vereinbart worden. Der Gebäudeausrüster soll bis zum August Mängel an der Sprinkleranlage beseitigen. Eine Verabredung gebe es jetzt auch mit T-Systems, deutete Lütke Daldrup an.

Parallel kämpft die Betreibergesellschaft um bessere Flugverbindungen für den neuen Airport. Airlines sollen Gebührenrabatte für Langstreckenflüge erhalten. Zudem werde der Flughafen mit der regionalen Wirtschaft für den Standort werben und in der Politik um mehr Flugrechte zwischen Berlin und China sowie dem Mittleren Osten kämpfen.

Die Arbeiten am dem noch immer unvollendeten Terminal halten die Flughafengesellschaft trotz guter laufender Geschäfte in den roten Zahlen. Im vergangenen Jahr schrieb das Staatsunternehmen 83,6 Millionen Euro Verlust, wie Lütke Daldrup bestätigte. Zuvor hatte die „Berliner Morgenpost“ (Freitag) über den Jahresabschluss berichtet.

Während der Verlust damit um knapp 18 Prozent sank, stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 392 Millionen Euro - angestrebt worden war ein Plus von 10 Prozent. Hintergrund ist die Insolvenz der Air Berlin. Die Passagierzahlen an den Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld stieg nur geringfügig von 32,9 Millionen auf 33,3 Millionen. Erwartet worden waren 34 Millionen Fluggäste.

Als Ergebnis des laufenden Geschäfts gab die Flughafengesellschaft einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 101,7 Millionen Euro an, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Eigentümer der Flughafengesellschaft sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

Der Finanzrahmen für den Bau des neuen Flughafens einschließlich Erweiterungen liegt bei 6,5 Milliarden Euro. Nach der Eröffnung 2020 braucht das Unternehmen aber weitere 770 Millionen Euro für den Ausbau, die Verhandlungen mit Banken und Versicherungen sind aber anspruchsvoll, wie Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider sagte.

Die Geldgeber versuchten, „rauszuholen, was rauszuholen ist“, das Unternehmen wolle aber nicht zu hohe Zinsen zahlen. Um das Finanzkonzept zu verabschieden, wird die nächste Sitzung des Kontrollgremiums von August auf Juli vorgezogen.

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