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BVB: «Granate» Subotic schürt Lust auf 04er

Cottbus (dpa) Ein runderneuerter BVB verspürt nach dem besten Saisonstart seit fünf Jahren neue Lust auf den Erzrivalen Schalke 04.

BVB: «Granate» Subotic schürt Lust auf 04er

BVB-Stürmer Zidan (r) gratuliert Abwehrspieler Neven Subotic zum 1:0.

Mit einem 1:0 (1:0) beim Lieblingsgegner und aktuellen Tabellen-Letzten Energie Cottbus - dem sechsten Sieg im sechsten Spiel in der Lausitz - sitzt Borussia Dortmund dem punktgleichen Kontrahenten aus Gelsenkirchen schon jetzt hart im Nacken und ist heiß auf das Derby. Am nächsten Bundesliga-Spieltag in zwei Wochen will Gelb-Schwarz endlich wieder an Königsblau vorbeiziehen. «Der Glaube, dass wir das schaffen können, ist gewachsen», sagte Jürgen Klopp nach dem hart erkämpften «Dreier» im tiefen Osten. Die wichtigste Lektion im Fußball-Westen hat der neue BVB-Coach schon gelernt: «Die sieben Punkte, die wir bisher haben, interessieren doch in Dortmund niemanden. Es ist nur wichtig, gegen Schalke zu gewinnen.»

Profis und Trainer jedoch können sich über die sieben Pünktchen nach drei Spieltagen sehr wohl freuen, zudem in Cottbus erneut noch fünf Profis wegen Blessuren fehlten. Zwar warnte BVB-Kapitän Sebastian Kehl: «Das ist nur eine Momentaufnahme. Man sollte nicht in allzuviel Euphorie verfallen.» Chefcoach Klopp aber wollte die aufkeimende Begeisterung vor allem über seine «Kindergarten-Abwehr» um den 19-jährigen Matchwinner Neven Subotic keinesfalls bremsen. «Das haben gerade die jungen Burschen sensationell gut gemacht», lobte der 41-jährige Trainer sein Jugend-Abteilung. Die Viererkette mit Subotic, Mats Hummels (19), Marcel Schmelzer (20) und Antonio Rukavina (24) blieb gegen aufopferungsvoll kämpfende und drängende Cottbuser nicht nur fehlerfrei. «US-Boy» Subotic sorgte mit seinem schon zweiten Saisontor auch für die Spielentscheidung (45.).

«Bisher kann ich nur sagen, ich habe die richtige Entscheidung getroffen», berichtete Subotic über seine ersten Wochen in Dortmund. Was wohl auch für seine bisherige gesamte sportliche Laufbahn zutrifft. In Bosnien-Herzegowina geboren flüchtete seine Familie aus dem Krieg zunächst nach Deutschland, wanderte dann mit dem neunjährigen Nevan in die USA aus. Dort spielte Subotic für das College-Team der University of South Florida, kam in die US- Jugendauswahl. Mit 16 ging er allein nach Mainz, woran auch Klopp einen großen Anteil hat. «Da muss man jetzt nicht so eine große Geschichte draus machen. Aber er hat als 19-Jähriger natürlich eine interessante Entwicklung hinter sich», sagte der BVB-Coach.

Der Berater von Subotic hatte bei Klopp «noch einen gut», berichtete der Trainer. «Ich bringe Dir eine Granate», versprach der Berater und ließ den «US-Boy» vorspielen. «Er hat gerade fünf Minuten mittrainiert, da habe ich gesagt: 'Der bleibt hier'», erzählte Klopp, der Subotic im Sommer von Mainz mit nach Dortmund brachte. Dass der 1,93 Meter große Verteidiger zusammen mit seinem 1,92 Meter messenden Hummels so einschlägt, wertete Klopp als «eine Fügung» zur rechten Zeit. «Die Jungs sind lernwillig, haben zum Glück auch viel Talent.»

Ein «wenig Glück» räumte Klopp zwar auch beim Cottbuser Endspurt mit ein. Dass die Lausitzer 2008/09 weiter ohne Sieg sowie ohne Tor bleiben und nun die Rote Laterne in den Händen halten, hat aber vor allem mit dem Unvermögen der eigenen Abteilung Attacke zu tun. «Das war Stückwerk. Wir müssen in der Offensive wieder mehr miteinander spielen», monierte Manager Steffen Heidrich. Vor 18 180 Fans warfen die Gastgeber zwar alles in die Waagschale, was Energie auszeichnet: Einsatz, Kampf und Leidenschaft. Doch gegen die BVB-Frischlinge reichte das nicht. «Die waren sehr abgezockt», lobte Heidrich.

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