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BaWü-Duell Stuttgart gegen Hoffenheim als Kampf um Europa

Stuttgart. Das Landesduell VfB Stuttgart gegen 1899 Hoffenheim interessiert am vorletzten Spieltag weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus. Besonders ausgeprägt ist die Aufmerksamkeit bei den Teams aus Leverkusen, Leipzig, Frankfurt - und wohl auch beim BVB in Dortmund.

BaWü-Duell Stuttgart gegen Hoffenheim als Kampf um Europa

Im März 2016 verloren die Hoffenheimer mit 1:5 beim VfB Stuttgart. Foto: Daniel Maurer

Das letzte Gastspiel in Stuttgart war für Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann eine Lektion. 1:5 verlor die TSG im März 2016 in der Landeshauptstadt, bis heute ist es die höchste Niederlage in Nagelsmanns Bundesliga-Karriere.

„Es war schon ein Schlüssel in der damaligen Saison, danach haben wir kein bedeutsames Spiel mehr verloren“, erinnerte sich der 30-Jährige. 1899 schaffte deswegen den Klassenverbleib, der VfB dagegen stürzte nach dem rauschenden Sieg noch ab bis in die 2. Bundesliga.

Vor dem 18. Baden-Württemberg-Duell am Samstag (15.30 Uhr) geht es für Hoffenheim nun nicht um den Verbleib in der Bundesliga, sondern um ein Ticket für die Champions League. Auch der Aufsteiger aus Stuttgart ist alle Abstiegssorgen längst los und hat unerwartet die Europapokalplätze selbst noch direkt vor der Nase - weswegen das Duell weit über die Landesgrenzen hinaus und vor allem in Leverkusen, Leipzig und Frankfurt mit großem Interesse verfolgt wird.

Hoffenheim steht mit 52 Punkten auf dem letzten Platz mit Champions-League-Zugang, Bayer Leverkusen ist durch das 0:1 gegen den VfB vergangene Woche nur noch Fünfter mit 51 Punkten. RB Leipzig als Sechster mit 47 Zählern ist schon fast raus aus dem Rennen um die Königsklasse. Die Sachsen müssen stattdessen vermeiden, am Ende ihrer Debüt-Saison in Europa mit dem Aus im Viertelfinale der Europa League nicht noch zu Zuschauern degradiert zu werden - denn Eintracht Frankfurt auf Rang sieben hat nur einen Punkt Rückstand, der VfB als Achter nur zwei.

VfB-Trainer Tayfun Korkut weigerte sich vor der Partie zwar beharrlich, etwas anderes zu propagieren als „wir wollen das nächste Spiel gewinnen“, sagte aber nach dem Sieg gegen Bayer zumindest: „Ich schnuppere an gar nichts. Aber im Moment riecht alles gut.“ Seit Korkut in Stuttgart von Hannes Wolf übernommen hat, sammelte der VfB in zwölf Spielen 25 Punkte - einzig Hoffenheim war im gleichen Zeitraum ebenso gut. Nur Meister FC Bayern (31) war besser.

Die TSG ist zudem als einziges Team der Liga in den vergangenen neun Spielen ungeschlagen und kommt auch deswegen und trotz der Ausfälle von Leistungsträgern wie Serge Gnabry, Kerem Demirbay, Dennis Geiger, Stefan Posch und Pavel Kaderabek als Favorit in die Mercedes-Benz Arena.

Nagelsmann ist die Situation deswegen klar. „Die Stuttgarter haben noch die Chance, international zu spielen. Die sind ähnlich wie wir mit Selbstvertrauen vollbepackt“, sagte er. Auch Korkut erwartet ein Duell zweier Teams mit einem ähnlich großen Ego. „Beide Mannschaften sind in einem sehr, sehr guten Moment. Sie haben in den letzten Wochen gute Ergebnisse erzielt“, sagte Korkut. „Ich gehe von einem sehr engen Spiel aus. Ich denke, dass wir einiges zu tun bekommen werden als Mannschaft. Aber wir sind mit Sicherheit gerüstet.“

Für Hoffenheim kommt es am 34. Spieltag zum Königsklassen-Duell mit Borussia Dortmund, die Nagelsmann am liebsten noch von Rang drei verdrängen möchte. Sein Gemütszustand vor den beiden letzten Spielen: „Da kommt zum Wahnsinn noch die Gänsehaut.“ Korkuts Stuttgarter dagegen können die Chance auf Europa realistisch betrachtet nur jetzt im letzten Heimspiel sichern - denn zum Saisonabschluss geht es zur Meisterfeier des FC Bayern München.

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