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Bad-Betreiber verteidigen Burkini-Verbot

Scharnhorster und Evinger Hallenbäder

Burkinis – zweiteilige Schwimmanzüge mit integrierter Kopfbedeckung für muslimische Frauen – sind in einigen Hallenbädern verboten. Rassistisch und diskriminierend findet das eine regelmäßige Besucherin der "Welle". Die Betreiber der Bäder halten dagegen.

SCHARNHORST / EVING

von Von Petra Frommeyer

, 22.02.2012
Bad-Betreiber verteidigen Burkini-Verbot

Burkinis sind im Hallenbad Scharnhorst verboten - ebenso wie Schwimmshorts für Jungen und Männer.

Klaus Henter, Ehrenvorsitzender des SV Derne, der „Die Welle“ betreibt, kennt die Vorwürfe des schlechten Umgangs mit Migranten. Doch er verteidigt die Entscheidung. „Wir haben einfach schlimme Erfahrungen gemacht. Teilweise kamen muslimische Frauen mit Leggins, Baumwoll-T-Shirts und Unterwäsche darunter und wollten ins Wasser, dem mussten wir einen Riegel vorschieben. Das ist nicht nur unhygienisch, sondern auch gefährlich, denn diese Kleidung saugt sich voll.“  

 Dass Burkinis auch im Schulschwimmunterricht verboten seien, liege daran, dass die Lehrer keine Kontrolle darüber hätten, was die Kinder „noch drunter“ trügen. „Würden sie das kontrollieren, würden wir die echten Burkinis fürs Schulschwimmen erlauben. Aber die Lehrer haben abgewunken.“Die „Kleiderordnung“ sei keineswegs rassistisch. „Bereits vor einem Jahr haben wir auch für alle Männer Schwimmshorts verboten, weil die häufig Taschen haben. Es ist immer wieder vorgekommen, dass wir bei der Reinigung Präservative und Tempotaschentücher gefunden haben“, so Henter.

 Sowohl in der „Welle“ als auch im Evinger Hallenbad, wo das Burkini-Verbot ebenfalls besteht, wird jede Woche Frauenschwimmen angeboten. „An diesem Tag ist ausschließlich weibliches Personal im Bad, und die Frauen sind im Wasser von außen nicht zu sehen“, sagt Nadine Euler von der Schwimmgemeinschaft Eving, die das Bad an der Württemberger Straße betreibt. Auch hier gilt die große Sorge der Hygiene, denn die wenigsten muslimischen Frauen hätten Burkinis aus Elastan angehabt. „Sie kamen stattdessen in Leggins und T-Shirt.“  Nach Einführung der neuen Badeordnung, die auch Männern das Tragen von Schwimmshorts verbietet, hat die Schwimmgemeinschaft Besuchern, die die Badeordnung noch nicht kannten, Ersatzbadekleidung angeboten. Wer das nicht wollte, bekam eine Freikarte für das nächste Schwimmen.

 Damit aber alle Kinder die Möglichkeit haben, am Schulschwimmen teilzunehmen, gibt es in Eving dafür kein Burkini-Verbot. „Hier haben aber die Lehrer die Verantwortung und kontrollieren,“ so Euler. Doch bei den jüngeren Mädchen gebe es ohnehin kaum Probleme, die meisten trügen Badeanzüge. Maulen würden eher Jungen und Männer – wegen der geliebten Schwimmshorts.  Seit der Sanierung sind beide Hallenbäder auf dem neuesten Stand, sie werden mit Elektrolyse betrieben. „Die Welle“ wird mit Sole desinfiziert, Chlor gibt es hier nicht.