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Tipps und Alternativen

Bahnstreik: Das müssen Fahrgäste wissen

Frankfurt/NRW Die Züge stehen still: vom frühen Samstagmorgen ab 2 Uhr bis Montagmorgen um 4 Uhr streiken die Lokführer. Reisende, die mit der Bahn fahren wollten, müssen also umdenken. Welche Alternativen es gibt und was Sie tun müssen, um ihre Fahrkarte erstattet zu bekommen, erfahren Sie hier.

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Nach dem Streik: Zugverkehr ist weitgehend normal angelaufen. Foto: J. Büttner

Nun ist es amtlich: Die neuen Fernbusse haben in Deutschland schnell einen Markt mit großer Nachfrage gefunden. Foto: Christoph Schmidt

Kann ich am Wochenende überhaupt noch mit der Bahn fahren?

Möglicherweise ja. Die Bahn stellt nach eigenen Angaben einen Ersatzfahrplan auf. Einige Verbindungen im Regional- und Fernverkehr können trotz des Streiks stattfinden. Bahnreisende können auf Homepage der Bahn prüfen, ob ihr Zug abfährt. Auch unter der kostenlosen Servicehotline, erreichbar unter 08000/99 66 33, erhalten Fahrgäste Informationen.

Bekomme ich das Geld für meine Fahrkarte zurück?

Ja. Vom Streik betroffene Fahrgäste können ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen. Möglich ist das zum Beispiel in den DB Reisezentren. Gäste mit Online-Tickets können sich das Geld auch über ein Internet-Formular kostenfrei erstatten lassen.

Ich will mit der Bahn fahren - was muss ich beachten?

Die Bahn erlaubt es, den nächsten - auch höherwertigen - Zug zu nutzen. Die Zugbindung einer Fahrkarte wird dann aufgehoben. Das gilt auch für die besonders günstigen Sparpreis-Tickets, aber nicht für bestimmte regionale Karten (Schönes Wochenende, Quer-durchs-Land, Länder-Tickets) und reservierungspflichtige Züge. Die Bahn betont zwar, Reisenden müssten auf „nächsten“ möglichen Zug wechseln. Ob dies am Wochenende allerdings in jedem Fall eingehalten wird oder überhaupt geprüft werden kann, ist offen.

Welche Entschädigung bekomme ich bei einer Verspätung?

Einen Teil des Ticketpreises bekommen Bahnreisende zurück, wenn sich ein Zug wegen eines Streiks um mehr als 60 Minuten verspätet. Die Deutsche Bahn kann in diesem Fall keine höhere Gewalt geltend machen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September 2013 (Rechtssache C-509/11). Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten 50 Prozent.

Welche Entschädigung bekomme ich mit einer Zeitkarte?

Auch in diesem Fall entschädigt die Bahn ihre Kunden zum Teil. Wer mit einer Zeitkarte im Nahverkehr unterwegs ist, bekommt in der 2. Klasse 1,50 Euro erstattet, in der 1. Klasse 2,25 Euro. Allerdings werden Ansprüche von weniger als 4 Euro nicht erstattet, der Kunde muss also Fahrten sammeln. Auf der Fernstrecke sind es 5 Euro in der 2. Klasse und 7,50 Euro in der 1. Klasse. Bahncard-100-Kunden erhalten in der 2. Klasse 10 Euro zurück, in der 1. Klasse sind es 15 Euro. Ansprechpartner ist in diesem Fall das Servicecenter Fahrgastrechte.

Wie komme ich konkret an mein Geld?

Um für eine Verspätung eine Entschädigung zu erhalten, brauchen Fahrgäste ein sogenanntes Fahrgastrechte-Formular. Dieses erhalten sie bereits im Zug vom Personal, aber auch in den DB-Reisezentren oder online auf der Bahn-Homepage. Die Bahnmitarbeiter in den Zügen bestätigen auch die Verspätung, allerdings nur ab 60 Minuten. Wer das ausgefüllte und unterschriebene Formular mit Originalfahrkarte und einer Bestätigung der Verspätung binnen fünf Tagen bei einer DB-Information oder binnen eines Jahres in einem DB-Reisezentrum einreicht, bekommt die Entschädigung ausbezahlt oder einen Gutschein in gleicher Höhe. 

  • Fernbus: Die Webseiten der Anbieter sind überlastet, die Buchungen verdopplen oder -dreifachen sich seit Ankündigung der Streiks. „Es ist der pure Wahnsinn“, sagt der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Matthias Schröter. Es gebe deutlich mehr Anfragen als freie Plätze. Die Anbieter versuchten nun, den Ansturm mit weiteren und größeren Bussen aufzufangen. Wer erst am Samstag einen Platz buchen will, ist möglicherweise schon zu spät. 
  • Fluglinien: Lufthansa rechnet am Wochenende mit zusätzlichen Buchungen. Wenn erforderlich will die Fluggesellschaft größere Maschinen einsetzen. Konkurrent Air Berlin verzeichnet seit Dienstag ein „sehr gutes“ Last-Minute-Geschäft. „Ob dies Folge der Ausstände ist, ist aber schwer abzuschätzen, weil Reisende keine Gründe für ihre Buchungen angeben“, sagte eine Sprecherin.
  • Auto mieten: Der Autovermieter Sixt will an Bahnhöfen mehr Autos bereitstellen. „So machen wir das bei jedem Streik“, sagte Sprecher Frank Elsner am Freitag. Ob die Nachfrage nach Mietwagen am Wochenende aber tatsächlich größer sei, könne man jetzt noch nicht sagen. „Das ist kein Automatismus.“ Häufig stornierten Kunden sogar den bereits gebuchten Mietwagen, weil ihr Zug zum Ort der Filiale ausfällt.
  • Eigenes Auto: Der ADAC rechnet mit mehr Stau auf den deutschen Autobahnen. Der Streik werde die Situation auf den Straßen verschärfen. „Den Leuten bleibt ja nichts anderes übrig, als auf Bus oder Auto auszuweichen“, sagte Sprecherin Maxi Hartung. Durch den Beginn der Herbstferien in sieben Bundesländern und zahlreiche Baustellen sei am Wochenende ohnehin mit vielen Staus zu rechnen. Stressig könnte es nach Angaben des Speditionsgewerbes auch werden, weil Unternehmen verstärkt auf Lastwagen setzen, um Güter an ihr Ziel zu bringen.  
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Nach dem Streik: Zugverkehr ist weitgehend normal angelaufen. Foto: J. Büttner

Nun ist es amtlich: Die neuen Fernbusse haben in Deutschland schnell einen Markt mit großer Nachfrage gefunden. Foto: Christoph Schmidt

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