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Bahnstreik - kein Chaos in Witten

WITTEN Die Lokführer haben Freitagmorgen gestreikt, und am Wittener Bahnhof blieb das Chaos aus. Die Taxifahrer haben sich aber die Hände gerieben, denn etliche Wittener stiegen in ihre Wagen um.

von Von Susanne Linka

, 05.10.2007

Kurz vor 10 Uhr am Freitagmorgen. Eigentlich streiken die Lokomotivführer, doch auf dem Wittener Bahnhof ist kein Chaos ausgebrochen.Auf den Bahnsteigen drängeln sich nicht etwa die Menschen, sondern es herrscht Normalbetrieb.

Heike Strohschnieder aus Wengern hat sich heute frei genommen, um zum Einkaufen nach Dortmund zu fahren. Trotz Bahn-Streik, und sie wird nicht enttäuscht. Sie muss nicht lange warten, gegen 10 Uhr rollt die S-Bahn an.

„Die Lokomotivführer tun den normalen Fahrgästen mit ihrem Streik nicht Gutes“, findet Heike Strohschnieder. Diejenigen, die in den Tarifverhandlungen das Sagen habe, sei die Aktion vermutlich ohnehin egal.

Sie persönlich, so betont sie, sei ja nur privat unterwegs, doch wer für die Fahrt zur Arbeit auf die Bahn angewiesen sei, für den könne so ein Streik schon ganz schön ärgerlich sein.

Wenig Betrieb in der Bahnhofshalle

Unten in der Bahnhofshalle ist wenig los, doch in den Gesprächen der Mitarbeiter und Fahrgäste dort geht es um den Streik: „Um 8 ist der Berufsverkehr doch schon vorbei“, sagt eine Frau und deutet damit an, dass die Gewerkschaft GdL ihren Arbeitskampf eher sanft angelegt habe.

„Bis 9 Uhr haben wir hier schon Berufsverkehr“, betont allerdings ein Service-Dienstleister, der für die Bahn tätig ist. Er müsse allerdings feststellen, dass für einen Freitagmorgen doch auffallend wenig Betrieb auf dem Bahnhof herrsche: „Ich schätze, dass etwa die Hälfte der Leute auf andere transportmittel ausgewichen ist.“

Ungewöhnlich häufig gebe es heute auch Lautsprecherdurchsagen zu den Abfahrtszeiten: „Deren Fehlen wird hier in Witten sonst häufig bemängelt. Der reduzierte Sonderfahrplan der Bahn, nach dem nur 50 bis 60 Prozent der Züge fahren, funktioniere offenbar ganz prima.

Profitiert vom Streik der Lokführer haben die Taxifahrer, die vor dem Bahnhof stehen: „Für uns hat sich das richtig gelohnt“, berichtet Taxi-Unternehmer Lars Debald. Seine Fahrerin Birgit Wiegleb kann da nur zustimmen: „Ich hatte ganz früh heute Morgen schon eine Fahrt zum Kölner Flughafen.“ Das sei völlig ungewöhnlich. Vor sieben Uhr stehe normalerweise kaum ein Taxi am Bahnhof: „Wer heute konnte, war aber schon eine Stunde früher hier als sonst“, weiß Lars Debald. Viele Zugfahrgäste hätten sich kurz im Bahnhof über die Beeinträchtigungen informiert und seien dann eben häufig in die Taxis umgestiegen.