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Neue Rampe zum Schlosspark Nordkirchen

Barrierefreie Rampe ist für Rollstuhlfahrerin zu steil

Nordkirchen Sie ist der Abschluss der Ortskernsanierung in Nordkirchen und soll unter anderem für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollatoren den Zugang zum Schlosspark erleichtern. Die neue Rampe von der Schloßstraße in den Schlosspark ist allerdings nicht für jeden Nutzer eine Hilfe.

Barrierefreie Rampe ist für Rollstuhlfahrerin zu steil

Als Zugang zum Schlosspark sei die neue Rampe für sie nicht geeignet, sagt Gabriele Kersting. Beim Weg hinauf sei gerade das letzte Stück für sie problematisch, weil ihr Rollstuhl nach hinten kippe. Foto: Karim Laouari

Die neue Rampe als barrierefreier Zugang zum Schlosspark ist fertig. Doch nicht für alle Rollstuhlfahrer stellt sie eine Erleichterung dar. Eine von ihnen ist Gabriele Kersting, 57 Jahre alt und seit 1995 auf den Rollstuhl angewiesen. „Ich weiß, wovon ich spreche“, macht sie im Gespräch mit der Redaktion deutlich.

Barrierefreie Rampe ist für Rollstuhlfahrerin zu steil

Als Zugang zum Schlosspark sei die neue Rampe für sie nicht geeignet, sagt Gabriele Kersting. Beim Weg hinauf sei gerade das letzte Stück für sie problematisch, weil ihr Rollstuhl nach hinten kippe. Foto: Karim Laouari

Vor Ort am Schlosspark zeigt sich, was die gelernte Tischlermeisterin meint: Die Rampe in den Park ist nicht gleichmäßig steil, sondern verläuft in Wellen. Am obersten Stück, erklärt Gabriele Kersting, müsse sie gegen die Steigung Schwung holen. Dabei sei ihr Rollstuhl nach hinten gekippt. Gestürzt sei sie zwar nicht – dafür sei an ihrem Rollstuhl auch ein Kippschutz montiert. Dieser sei aber für gerade Strecken gedacht. An Steigungen könne auch dieser Schutzmechanismus versagen, erklärt die 57-Jährige.

Steigung der Rampe zu stark?

Es gehe ihr bei ihrer Kritik nicht ums Meckern, macht die Nordkirchenerin deutlich. Sie wolle nur auf das Problem aufmerksam machen. „Am besten wäre eine durchgängige Steigung gewesen“, sagt sie. Aus einer Tasche holt sie zwei handgeschriebene Zettel, auf denen sie die zugrunde liegende DIN-Norm 18040-1 notiert hat. Gabriele Kersting hält es zumindest für fraglich, dass die Steigung – wie vorgeschrieben – wirklich nur bei sechs Prozent liegt.

Barrierefreie Rampe ist für Rollstuhlfahrerin zu steil

Gabriele Kersting hat sich die Vorgaben der Landesbauordnung für Rollstuhl-Rampen notiert. Foto: Karim Laouari

Genau das sei allerdings der Fall, erklärt Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage dieser Redaktion. Und genau in der Norm 18040-1 sei ebenfalls die wellige Struktur der Rampe vorgeschrieben. Das sei kein Fehler oder schlechtes Handwerk, sondern genau so beabsichtigt und notwendig, macht Josef Klaas deutlich. Eine durchgängige Steigung würde eben nicht der gesetzlichen Vorgabe entsprechen. Ein Auszug: „Das Längsgefälle darf bis zu sechs Prozent betragen, wenn in Abständen von höchstens zehn Meter Zwischenpodeste mit einem Längsgefälle von höchstens drei Prozent angeordnet werden.“ Diese wellige Oberfläche diene der Abführung von Oberflächenwasser, macht der Bauamtsleiter deutlich.

Barrierefreie Rampe ist für Rollstuhlfahrerin zu steil

Die Rampe ist mit Absicht wellig, erklärt Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage. Die vorgeschriebene Steigung von sechs Prozent dürfe nicht durchgängig sein, sondern zwischendurch von flacheren Stücken unterbrochen werden. Foto: Karim Laouari

Gabriele Kersting hilft es nicht. Sie wird, wie zuvor, einen anderen Weg in den Schlosspark nehmen, sagt sie. Das sei kein Problem, aber eigentlich nicht das, was die Gemeinde mit der Rampe ursprünglich im Sinn gehabt hätte, sagt sie.

Weg wird repariert

Auf Abhilfe kann dagegen Gabriele Kerstings Bekannter Herbert Haack hoffen. Für ihn beginnen die Probleme auf dem Weg in den Schlosspark schon früher. Nämlich auf dem unbefestigten Weg zwischen Platz am Bürgerhaus und Schlosspark. Dort hätten sich mit der Zeit teils tiefe Krater gebildet, die der 87-Jährige mit dem Rollator nur mit Problemen passieren könnte. Hinzu komme, dass der Weg bei Regen zur Schmutzpiste werde.

Barrierefreie Rampe ist für Rollstuhlfahrerin zu steil

Der geschotterte Weg vom Platz am Bürgerhaus zum Schlosspark bereitet dem Rollatorfahrer Herbert Haack Probleme. Bei Regen bilden sich hier Pfützen, der Weg wird schnell matschig, sagt der 87-jährige Nordkirchener. Foto: Karim Laouari

Dem Bauamt ist der Zustand des Fußweges bekannt. Josef Klaas kündigt an, dass die Löcher in absehbarer Zeit aufgefüllt werden sollen. „Wir werden den Weg aber nicht pflastern oder asphaltieren“, so Klaas. Da heiße es bei Regen einfach: Rollator oder Rollstuhl nach der Benutzung reinigen.

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