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Baumschäden überfordern Hausbesitzer oft

Dresden/Hamburg (dpa) - Nach den verheerenden Stürmen wie «Franz» oder «Kyrill» kreischen vielerorts die Kettensägen. Umgestürzte Bäume müssen beseitigt werden, Äste hängen am seidenen Faden und manche Wurzeln scheinen kaum noch ihre Last tragen zu können.

Hausbesitzer von Grundstücken mit altem Baumbestand stehen vor der Frage, wie sie solche Gefahren sachgerecht und kostengünstig beseitigen. Mancher ist geneigt, sich eine mobile Arbeitsbühne mit Stehkorb zu mieten und selbst Hand anzulegen. Dabei sind jedoch verschiedene Sicherheitsaspekte und Unfallrisiken zu bedenken.

«Einen speziellen Führerschein braucht man nicht, um Arbeitsbühnen zu bedienen», sagt Franz Heiland, Vertriebsleiter Deutschland der Hematec Arbeitsbühnen GmbH mit Sitz in Dresden. «Jeder muss aber die Unfallverhütungsvorschriften einhalten, die Kurzbedienungsanleitung lesen und sich vom Verleiher unterrichten lassen.» Solch eine gründliche Einweisung auf dem Firmengelände dauert im Schnitt oft mindestens eine halbe Stunde, wie Maria Nefen von der Hamburger Niederlassung der Verleihfirma Mateco berichtet.

Zu unterscheiden sind laut Nefen Arbeitsbühnen als Anhänger oder aufmontiert - auf einen LKW oder einen «Sprinter». Je nach Modell variieren die Kosten: Eine Anhängerbühne kann man für etwa 100 Euro mieten, einen Sprinter mit Bühne für 250 Euro - zuzüglich Nebenkosten wie Maschinbruchversicherung. «Vor jedem Ausleihen muss die Verleihfirma die Arbeitsbühne auf ihre technische Funktionsfähigkeit überprüft haben», betont Dietrich Sämann von TÜV Nord in Hamburg. Zu unterscheiden seien Arbeitsbühnen für den Einsatz in Hallen und im Freien.

Starker Wind kann ein Risiko bedeuten. Sämann rät, auf die Angaben der Hersteller zu achten. Meist sei bei Windstärke 6 ein Arbeiten nicht mehr erlaubt, bei Hematec nennt Heiland Windstärke 8 als rote Linie. Nach Angaben von Nefen haben viele Arbeitsbühnen ein Windrädchen im Korb, um den aktuellen Windstand zu messen. TÜV-Experte Sämann verweist neben dem aktuellen Wetterdienst auf für die verschiedenen Windstärken typische Kennzeichen wie das Biegen großer Bäume.

Starker Regen, der einen Arbeitenden auf Hubbühne beim Baumbeschneiden in luftiger Höhe überrascht, bedeutet kein Stromschlagrisiko. «Viele Arbeitsbühnen werden mit 12 oder 24 Volt-Batterien betrieben, da ist die Spannung zu niedrig», erläutert Sämann. «Mir persönlich ist kein Unfall durch Stromschlag wegen Wassers bekannt», fügt der Diplomingenieur hinzu, der seit 13 Jahren beim TÜV Nord auf Arbeitsbühnen spezialisiert ist. Würden elektrische Zusatzgeräte eingesetzt, müssten diese entsprechend gesichert sein. Ein Stromschlag sei «selbst bei starkem Regen auszuschließen», betont auch Hematec-Vertriebsleiter Heiland.

Besondere Gefahren beim Bäume-Beschneiden drohen laut Sämann durch unsachgemäßes Verhalten. «Manche beugen sich viel zu weit aus dem Korb, um an Äste heranzukommen, verlieren das Gleichgewicht und stürzen dann zu Boden.» Laien könnten außerdem oft nicht einschätzen, wie ein abgesägter Ast fällt. Dann bestehe die Gefahr, dass der Ast auf den Stehkorb stürze. «Wenn es um Baumschnitt geht, sollte ein privater Hausbesitzer in jedem Fall einen Profi-Betrieb verpflichten», rät Sämann.

Als Alternative zum Eigeneinsatz oder einem Gärtnerbetrieb kann die Feuerwehr gerufen werden. «Fällt ein Baum auf öffentlichen Grund, beispielsweise auf die Straße, beseitigen wir kostenlos das Hindernis», sagt Thorsten Grams von der Hamburger Feuerwehr. Auf privatem Grund müsse ein Hausbesitzer allerdings den Einsatz der Feuerwehr selbst bezahlen - etwa wenn eine Tanne bedrohlich schief steht oder sogar ein Baum bereits aufs Hausdach gekippt ist.

Da es in den Bundesländern jeweils eigene Feuerwehrgesetze gibt, rät Grams, sich jeweils bei der örtlichen Feuerwehr nach den Bedingungen zu erkundigen. Die Kosten differierten auch jeweils nach dem Aufwand des Einsatzes. «Früher haben wir in Hamburg sogar auf Privatgrundstücken kostenlos Baumschäden beseitigt, aber das ist lange, lange her...», sagt der Feuerwehrsprecher.

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