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Bayern-Trainer Niko Kovac: Harter Arbeiter und Vollprofi

Frankfurt/Main. Der FC Bayern München bekommt in Niko Kovac einen harten Arbeiter als Trainer, der mit dem Glamour des Fußball-Geschäfts nicht viel im Sinn hat. Eintracht Frankfurt formte er zum Spitzenclub. Mit seinem Vorgänger Jupp Heynckes verbindet ihn die Arbeitsweise.

Bayern-Trainer Niko Kovac: Harter Arbeiter und Vollprofi

Niko Kovac (l) führte als Trainer Eintracht Frankfurt wieder nach oben. Foto: Tobias Hase

Der künftige Bayern-Trainer Niko Kovac hat Eintracht Frankfurt in einen deutschen Spitzenclub verwandelt und sein erstes Meisterstück als Trainer geschafft.

In großer Abstiegsnot übernahm er im März 2016 den Posten des Chefcoachs beim hessischen Bundesligisten. Vor dem Wechsel zu Bayern München kann er sich mit dem so gut wie sicheren Einzug in die Europa League glanzvoll verabschieden.

Zu erwarten war dies am Saisonanfang keineswegs. Der völlig umgebaute Eintracht-Kader mit Spielern aus 17 Länder - als „United Nations of Frankfurt“ eher belächelt als gefürchtet - forderte nicht nur die Fußball-Expertise von Kovac, sondern auch seine integrative Fähigkeit.

„Er hat diese zusammengewürfelte Mannschaft zu einer Einheit geformt“, befand Kevin-Prince Boateng, dem vor seinem Engagement in Frankfurt der Ruf als Enfant terrible anhaftete. Unter Kovac tanzte er kein einziges Mal aus der Reihe. „Er weiß, wann er draufhauen muss, wann er uns streicheln muss“, sagte der Mittelfeldakteur über seinen Coach.

„Ich brauche Typen, die arbeiten wollen. Da ist es egal, woher einer kommt, wie er aussieht oder welche Hautfarbe er hat“, sagte der 46 Jahre alte, in Berlin geborene Sohn kroatischer Einwanderer einmal. In seiner Karriere habe er sich alles hart erarbeiten müssen und ihm sei „nichts in meinem Leben geschenkt“ worden. „Ich musste immer mehr machen als andere“, sagte Kovac, der sich als „Arbeitstalent“ bezeichnet.

Dies galt als Spieler bei Hertha BSC, Bayer Leverkusen, dem Hamburger SV oder beim FC Bayern von 2001 bis 2003 genauso wie nun als Trainer. „Organisation, Verantwortung und Disziplin - damit kann man viel erreichen“, sagte Kovac einmal in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. An diesen Maximen orientierte er sich bei seinem ersten Trainerjob bei Red Bull Salzburg (2009 bis 2012), als Nationalcoach von Kroatien (2013 bis 2015) und auch in Frankfurt. Abseits von Trainingsplatz und Stadion trat er am Main so gut wie nie öffentlich auf.

Eine fixe Spielphilosophie hat der gewiefte Taktiker nicht. „Mir ist es wichtig, dass meine Spieler in jeder Phase des Spiels wissen, was sie zu tun haben“, erklärte Kovac schlicht. „Es muss in allen Segmenten stimmen. Und wenn es stimmt, dann wird man auch erfolgreich spielen.“

Ob dies so einfach beim FC Bayern funktionieren wird? „Niko Kovac zeichnet aus, dass er klare Vorstellungen von seiner Arbeit hat, er weicht im positiven Sinne nicht von seinem Weg ab“, urteilte die Eintracht-Legende Karl-Heinz „Charly“ Körbel und ist überzeugt, dass Kovac in München „neue Ideen“ einbringen und „etwas bewegen“ könne.

Vielleicht haben sich die Bayern für ihn entschieden, weil er auch charakterlich als Nachfolger des väterlichen Jupp Heynckes geeignet ist. „Ich versuche jedem gegenüber offen, ehrlich und freundlich aufzutreten“, sagte der gläubige Christ, der viel mit Spielern spricht und sie als „meine Freunde“ bezeichnet.

Zu diesem Charakter passt auch sein Verhalten nach dem Relegationsspiel im Mai 2016 gegen den 1. FC Nürnberg, in dem sich die Eintracht vor dem Abstieg retten konnte. Im Moment des Sieges zeigte er Mitgefühl für die unterlegenen Franken und spendete Trost. Dafür wurde er mit dem Fair-Play-Preis des Deutschen Sports ausgezeichnet.

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