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Bei welchem Tier das Kastrieren lohnt

Frankfurt/Main (dpa/gms) - Irgendwann zwischen dem sechsten und dem neunten Lebensmonat wird es ernst für den Stubentiger. Denn egal ob Freigänger oder Wohnungstier: In diesem Alter sollten Katzen kastriert werden, sagen Experten.

Auch bei Nagern ist der kleine Schnitt oft sinnvoll. Im Fall von Hunden sehen viele Fachleute das Kastrieren dagegen kritisch.

«Eine Kastration bedeutet immer die Entnahme der Gonaden, also der Keimdrüsen», erklärt Burkhard Wendland, Vorsitzender der Fachgruppe Kleintiere im Bundesverband Praktizierende Tierärzte in Frankfurt. Bei männlichen Tieren sitzen diese Drüsen in den Hoden. Bei Weibchen befinden sie sich in den Eierstöcken.

Diese Körperteile werden jeweils komplett entfernt. Bei Männchen ist dies laut Wendland mit weniger Aufwand verbunden als bei weiblichen Tieren. Denn während sich die Hoden am Körper befinden, muss einem Weibchen die Bauchdecke aufgeschnitten werden.

Geht es um Katzen, ist das Kastrieren in der Mehrzahl der Fälle, wenn nicht sogar in allen, angebracht - in erster Linie zur Geburtenkontrolle. «Die Weibchen sind mehrmals im Jahr rollig und können auch mehrmals "produzieren"», sagt Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Ohne entsprechende Vorsorge würde sich die Katzenpopulation innerhalb kurzer Zeit rapide vergrößern.

Vor allem bei allein gehaltenen Katern sollte nicht auf den Schnitt verzichtet werden. Nur so lässt sich das «Markieren», das Ablassen kleiner Urinmengen in bestimmten Ecken, vermeiden. Die Kastration allein in der Wohnung gehaltener Katzen hält Katrin Umlauf für nicht unbedingt nötig. Wendland rät jedoch dazu, da sich sonst eine Nymphomanie entwickeln könne - eine Dauerrolligkeit. Die Befürchtung, die Tiere würden nach dem Eingriff träge, sei unbegründet. Die Preise für die Kastration einer Katze beginnen bei etwa 70 Euro plus Mehrwertsteuer, bei Katern kostet es etwas weniger.

Auch bei Hunden ändert sich das Verhalten nach einer Kastration in der Regel nicht, erläutert Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund. Der VDH wie der Tierschutzbund sehen die Hunde-Kastration kritisch - vor allem, wenn sie der Geburtenkontrolle dienen soll. Schließlich habe der Halter auch noch andere Möglichkeiten. So müsse eine Hündin während der ein bis zwei Läufigkeiten pro Jahr eben von Rüden fern gehalten werden.

In bestimmten Fällen ist eine Kastration aber auch beim Hund nicht zu umgehen - etwa wenn sich ein weibliches Tier eine Erkrankung der Gebärmutter zuzieht oder wenn ein Rüde an einem Hodentumor leidet.

Unkompliziert verlaufen meist Kastrationen von Nagern, etwa von Meerschweinchen. Und in diesem Fall gibt es keine zwei Meinungen darüber, dass der Eingriff nötig ist, wenn ein Männchen und ein Weibchen zusammen gehalten werden. «Dann ist es angebracht, das Männchen zu kastrieren», sagt Katrin Umlauf - Kostenpunkt: ab etwa 50 Euro plus Mehrwertsteuer. Bei Vögeln wird der Eingriff dagegen in aller Regel nicht vorgenommen. Besitzern von Pärchen bleibt deshalb nur, aufmerksam zu sein, wenn sie keinen gefiederten Nachwuchs haben wollen: Sobald ein Ei im Nest liegt, wird es herausgenommen.

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