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Beim Baumhaus müssen die Eltern mitbauen

Köln (dpa/tmn) Ein gemütliches Haus ganz oben im Baum, inmitten raschelnder Blätter: Davon träumen viele Kinder. In dieser erwachsenenfreien Zone wollen sie geheime Treffen abhalten und abenteuerliche Pläne schmieden.

Beim Baumhaus müssen die Eltern mitbauen

Ins eigene kleine Reich klettern: Je jünger das Kind, desto kürzer sollte der Weg hinauf ins Baumhaus sein. (Bild: Peter Samulat/Ökobuch Verlag/dpa/tmn)

Ein Baumhaus im eigenen Garten zu bauen, ist jedoch kein Kinderspiel. Kinder sollten nicht allein mit Brettern, Nägel und Säge im Baum herumklettern und nach eigenen Vorstellungen ein Häuschen zusammenzimmern. «Sicherheitsvorkehrungen sollten wegen der möglichen Unfallgefahren von Anfang an beachtet werden», rät Ulrike Renner-Helfmann von der bayerischen Unfallkasse in München.

Die Eltern sind also als Architekten und Bauarbeiter gefragt. Wichtig ist, dass sie darauf achten, ob ihr Nachwuchs überhaupt schon alt genug ist. «Bevor Eltern ein Baumhaus bauen, sollten sie sich bewusst machen, ob ihre Kinder motorisch das notwendige Klettern bewältigen», sagt Nicola Quade von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn. Ein Baumhaus sei zudem ein Anziehungspunkt für die Kinder aus der Nachbarschaft. Auch deren motorische Fähigkeiten gelte es zu beachten.

«Für Unfälle beim Spielen fremder Kinder im Baumhaus muss der Gartenbesitzer nämlich möglicherweise für die Verletzungsfolgen haften», warnt Quade. Da Heimwerker die notwendigen Sicherheitsaspekte nicht ausreichend abschätzen könnten, rate die Bundesarbeitsgemeinschaft vom Bau von Spielgeräten in Eigenregie ab. Empfehlenswerter seien vorgefertigte Bausätze.

Wer trotz Bedenken ein Baumhaus nach eigenen Vorstellungen entwerfen und bauen will, kann im Internet und in Büchern zahlreiche Bauanleitungen finden. «Diese können als Grundlage für ein Baumhaus-Projekt dienen», sagt Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Kinder können den Eltern beim Bau je nach Alter und handwerklichem Geschick helfen. Die Federführung sollten aber die Erwachsenen behalten.

Die Größe und Form eines Baumhauses muss an den jeweiligen Baum angepasst werden. «Einen geeigneten Baum zu finden, ist in Großstädten, aber auch in ländlichen Räumen nicht einfach», so Pommer. Denn große alte Bäume, die ein kleines Häuschen auf ihren Zweigen ohne zusätzliche Stütze tragen können, seien eher Mangelware. Wobei es für Kinder ohnehin nicht zu hoch sein sollte: Von der Höhe her ideal ist zum Beispiel ein alter Apfelbaum.

«Der Baum selbst darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden», warnt Pommer. Durch Kupfernägel etwa könne der ganze Baum absterben. Ideal ist es, wenn die benötigte Plattform mit Spannseilen in den Baum gehängt wird. Diese Spannseile können, wenn der Baum wächst, angepasst werden. So wird die Rinde nicht eingeschnitten und die Versorgung des Baums nicht behindert.

«Eine Plattform im Baum muss man wegen des Gewichts und der Belastung durch tobende Kinder stabil befestigen», erklärt Pommer. Stützen können der Plattform zusätzlichen Halt geben, wenn der Baum nicht groß genug ist, um das Häuschen aufzunehmen. An und auf der Platte wird dann das Häuschen errichtet. Um die Unfallgefahr zu verringern, ist ein Geländer rund um die Plattform empfehlenswert.

Verletzungen passieren leicht beim Hinauf- und Hinunterklettern. «Deshalb sollte der Boden unter dem Baumhaus mit Rindenmulch, Sand oder speziellen Matten gesichert werden», empfiehlt Pommer. Dies verhindere zwar keinen Sturz, aber die Kinder fallen etwas weicher.

Literatur: David Stiles: Kleine Baumhäuser und Hütten - kinderleicht gebaut, Ökobuch, ISBN 978-3-9368-9617-6, 11,95 Euro: David Parfitt: Baumhäuser - Phantasiewelten selbst gebaut, Ulmer, ISBN 978-3-8001-5092-2, 24,90 Euro; Alain Laurens: Baumhäuser: Träume aus Holz in luftiger Höhe, AT Verlag, ISBN 978-3-0380-0359-5, 35 Euro

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