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Restsaison wird Drahtseilakt

Beim VfL: Angst auf allen Ebenen

BOCHUM Unmittelbar nach dem frühen Rückstand wäre Florian Jungwirth am Freitagabend wohl am liebsten in irgendeinem Loch versunken. Entsetzt stand er in der eigenen Hälfte und zog sich demonstrativ das Trikot über den Kopf.

Beim VfL: Angst auf allen Ebenen

Lukas Klostermann wurde in der zweiten Hälfte eingewechselt und kam zu seinem zweiten Einsatz bei den Profis.

Dem defensiven Mittelfeldspieler war in diesen Sekunden bewusst geworden, welchen Schaden er mit seinem kapitalen Fehlpass angerichtet hatte. "Schlau spielen", sollte der VfL an diesem Abend, hatte zuvor Sportchef Christian Hochstätter gefordert. Schlau spielen heißt im Fall des im eigenen Stadion instabil auftretenden VfL: kompakt stehen, dem Gegner möglichst wenige Aktionen gestatten und wenn es mit der eigenen Durchschlagskraft wieder hapert, gegen Sandhausen vielleicht auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein. Blöd nur, wenn das schlaue Spiel schon im Ansatz durch extrem dumme Fehler zerstört wird.Zu hohe Fehlerquoten

Die Angst in der Mannschaft, im eigenen Stadion wieder zu versagen - übrigens zum siebten Mal in dieser Saison - war nach dem 0:1-Rückstand in jeder Aktion greifbar. Am schlimmsten hatte es den Unglücksraben Jungwirth erwischt, der zur Pause in der Kabine blieb. Dort hätte man zumindest an diesem Abend gerne auch die Offensivkräfte Yusuke Tasaka und Piotr Cwielong gesehen, die sich exorbitant hohe Fehlerquoten leisteten und im Spiel nach vorne praktisch nichts zu Wege brachten. Aber adäquaten Ersatz hat Peter Neururer nicht zur Hand. Wenn auf der Bank mit Lukas Klostermann und Moritz Göttel zwei junge Fußballer aus der Nachwuchsabteilung sitzen, ahnt man, wie es um personelle Alternativen im Kader bestellt ist.

Es fehlt nicht nur an Alternativen, es fehlt auch an Führungskräften auf dem Platz. Kapitän Andreas Luthe scheidet als Torwart für die Spielgestaltung automatisch aus, Marcel Maltritz ist mit der Organisation der Abwehr vollbeschäftigt. Und Christian Tiffert, der diese Rolle ausfüllen können müsste, zeigt sich dazu nicht imstande.Viermal auswärts, viermal zuhause

Acht Spiele sind in der laufenden Saison noch zu absolvieren. Viermal darf der VfL noch auswärts antreten: in Ingolstadt, Kaiserslautern, Köln und München. Viermal muss der VfL auch noch im eigenen Stadion seine Zweitligatauglichkeit nachweisen: gegen Erzgebirge Aue, gegen Energie Cottbus, gegen Arminia Bielefeld und den Karlsruher SC. Drei der Heimgegner stecken ebenfalls dick im Schlamassel. Grundsätzlich keine schlechte Konstellation für den VfL, wäre er nicht die schwächste Heimmannschaft der Liga.

Der Auftritt des VfL gegen Sandhausen und die anhaltende Heimschwäche machen mit näher rückendem Saisonende nicht nur der Sportlichen Leitung Sorgen. Ein Absturz in die dritte Liga, den man an der Castroper Straße durchaus ins Kalkül ziehen muss, würde auch die Mitarbeiter in der Verwaltung des Zweitligisten hart treffen. Arbeitsplatzverluste wären unabwendbar. Entsprechend angespannt stellt sich auch das Betriebsklima im Geschäftsstellenbereich dar.

 

 

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