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Bergmann trifft Napoleon

KIRCHLINDE Männer in mittelalterlicher Kleidung kommen von wirbelnder Trommelmusik begleitet die Straße hinunter, zwischen ihnen lugt Napoleons Hut hervor, und schließlich folgt ein Bergmann mit einer Grubenlampe in der Hand. Wie können diese Personen nur zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein?

von Katrin Kandula

, 02.12.2007

In Kirchlinde war dies am Samstag möglich. Zum Abschluss der 1125-Jahr-Feier sollte ein Rundgang durch den Ort an zentrale historische Ereignisse erinnern. Der Arbeitskreis Lokalgeschichte und die Interessengemeinschaft Kirchlinder Vereine hatten eine szenische Darstellung der Ortsgeschichte organisiert. Ihre Vertreter schlüpften selbst in die Kostüme, um die Zeitreise zu den verschiedenen Stätten zu leiten.

"Ich traue meinen Augen und Ohren nicht, da ist doch jemand, der nach so langer Zeit nicht zu Staub geworden ist", zeigt sich der Gemeindediener, gespielt von Hans-Walter Emmerich, erstaunt. Wahrhaftig steht der erstgenannte Kirchlinder Bürger, der "vollfreie Mann Egilmar in Linni", vor ihm.

Mit einem Krug Gerstensaft begrüßt man sich. "So ist das, das Volk hat gedurstet, und der Herr hat gesoffen", ist es aus der Schar der heutigen Bürger Kirchlindes zu hören. Doch der Duft aus der Bäckerei Stromberg lässt es schon erahnen: Auch sie müssen nicht ohne Reiseproviant zum zweiten Haltepunkt gehen.

Vor der katholischen Kirche St. Josef wartet schon der "Graf von Dassel". Im Zuge der Übergabe seines Anwesens an das Katharinenkloster überreicht er den Nonnen den Schlüssel für die Kapelle. In einem roten Gewand erscheint ein Historiker und berichtet über die Geschichte der Kirche.

"Ich bin evangelisch und finde es interessant, auch einmal etwas über die katholische Kirche in Kirchlinde zu erfahren", meint Gisela Gläser. Heidrun Horstkötter und Marion Marra sind ebenso neugierig: "Wir haben Kirchlinde nie historisch betrachtet. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich aber die Ereignisse vorstellen."

Der Gemeindediener muss anmerken, dass nicht alle Daten beweiskräftig überliefert sind. Auch Egilmar kann sich nicht mehr an alles erinnern. Doch zeigen die 13 Stätten, dass in Kirchlinde seit dem Jahr 882 viel geschehen ist.

Die Enthüllung einer Plastik zum diesjährigen Jubiläum am Ehrenmal soll jedenfalls an alles das erinnern.  

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