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Berliner Autor Michael Rutschky ist tot

Berlin. Er hatte einen scharfen Blick für das Besondere im Alltag. Jetzt starb er mit 74 Jahren nach längerer Krankheit.

Berliner Autor Michael Rutschky ist tot

Der Schriftsteller Michael Rutschky in seiner Berliner Wohnung (1997). Foto: Jens Kalaene

Er spazierte, oft mit Cockerspaniel und Kamera, durch die Welt, schaute genau hin und hielt seine Beobachtungen in Wort und Bild fest: Der Autor und Fotograf Michael Rutschky ist tot.

Der Essayist mit dem scharfen Blick für das Besondere im Alltag starb mit 74 Jahren nach längerer Krankheit in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem nahen Umfeld des Autors erfuhr. Zuletzt waren von ihm 2017 die Tagebuchaufzeichnungen „In die neue Zeit“ erschienen. Darin berichtet er über seine Sicht auf die deutsche Umbruchphase 1988 bis 1992.

Rutschky, geboren am 25. Mai 1943 und aufgewachsen im hessischen Spangenberg, galt lange als Teil der Westberliner Bohème - im besten Sinne. Er studierte Soziologie, Literatur und Philosophie. Der Buchautor („Wie wir Amerikaner wurden“) arbeitete auch für Zeitungen und Zeitschriften, etwa für „Merkur“ und „Transatlantik“, sowie für Radio und Fernsehen.

Erst als Rutschky 1997 den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg erhielt, wurde sein Werk breiter gewürdigt. Der Berliner „Tagesspiegel“ nannte ihn zum 70. einen „Meister der Beiläufigkeit und der gezielten Abschweifung“. Für den Deutschlandfunk war er ein „Alltagsmythenerkunder“.

Rutschky, der seit langem im kaum veränderten Ambiente seiner Kreuzberger Wohnung lebte, analysierte bis kurz vor dem Tod mit Leidenschaft in kleinen Runden die Veränderungen seiner Umwelt, Kinofilme und TV-Serien. Seine langjährige Frau, die Publizistin Katharina Rutschky („Schwarze Pädagogik“), war 2010 mit 68 Jahren gestorben.

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