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Betreuungsplätze für U3 werden knapp

Finanzen reichen nicht

WITTEN Viel mehr Tagesmütter braucht die Stadt. So will sie – wie von der Bundesregierung den Eltern versprochen – bis 2013 für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze anbieten. Doch die finanziellen Mittel sind knapp.

von Von Beatrice Haddenhorst

, 03.08.2010

"Ein Drittel dieser Plätze sollen bei Tagesmüttern angeboten werden. Das kann aus unserer Sicht nicht funktionieren. Bis 2013 bräuchten wir 210 Tagesmütter, so viele werden wir nicht finden", erklärt Jutta Schmidt, die Leiterin des Amtes für Jugendhilfe und Schule und listet weiter auf: "Wir kommen jetzt bei einer Versorgung von 19 Prozent der Kleinkinder an und haben 420 Plätze in Einrichtungen und 75 bei Tagesmüttern."

Andere Kommunen mit großen Haushaltslöchern schlagen bereits Alarm, dass sie die 35-Prozent-Quote schon allein wegen der Kosten nicht erfüllen können. Das Wittener Jugendamt arbeite weiter mit dem Ziel, die Betreuungsplätze zu schaffen. "Es gibt einen Grundsatzbeschluss des Rates dazu, weil man natürlich die Notwendigkeit sieht, berufstätigen Eltern zu helfen. Aber die Kosten belasten den Haushalt sehr. Es kann sein, dass der Rat seinen Beschluss wegen des Nothaushalts kippen muss", sagt Jutta Schmidt. Bisher wurden vorrangig Kindergartenplätze in Betreuungsplätze für kleine Kinder umgewandelt. Doch obwohl es immer weniger Kinder gibt, habe dies, so Schmidt natürlich Grenzen. In den nächsten drei Jahren werde es schwerer, die noch fehlenden Plätze einzurichten. "In Herbede und Bommern ist der Ausbau von zwei evangelischen Kindergärten im Gespräch. Auch der Waldorf-Kindergarten in Heven, der jetzt Familienzentrum ist, will an- und umbauen", weiß Jutta Schmidt. Für die Kindergartenträger sind Erweiterungen eine Kostenfrage. Denn auch wenn der Bund die Investitionskosten weitgehend übernimmt, muss der Träger zehn Prozent der Kosten selbst aufbringen.

Bisher flossen 1,1 Millionen Euro von Bund und Land für die Einrichtung von Kleinkinder-Betreuungsplätzen nach Witten. Künftig will das Land darauf achten, dass Städte die Zuschüsse nur noch gemessen an der tatsächlichen Zahl der vorhandenen Kleinkinder bekommen. "Das heißt, wir können Baumaßnahmen nicht mehr wie bisher angehen, sondern müssen auf eine Genehmigung des Landesjugendamtes warten. Von dort warten wir auch auf eine Mitteilung, wie viel Geld insgesamt noch für Witten zur Einrichtung von U3-Plätzen zur Verfügung steht", erklärt Siegfried Ebel aus dem Jugendamt.

Nach den Sommerferien finden Gespräche zwischen Stadt und Kindergarten-Trägern statt. Dazu liegen dann auch aktuelle Auszüge aus der Meldedatei vor, wie viele kleine Wittener in den nächsten Jahren einen Betreuungsplatz brauchen könnten.