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Bewährungsstrafe nach Neonazi-Auftritt bei „Bochum Total“

Gerichtsprozess

Mit ausgestrecktem Arm vor der Bühne soll er „Hurra, hurra, die Wehrmacht ist da“ gerufen haben. Um eine Gefängnisstrafe kam ein Bauhelfer aus Herne gerade noch herum.

Bochum

, 18.07.2018

Mehr als ein Jahr nach einem hässlichen Neonazi-Auftritt am Rande des Musikfestivals „Bochum Total“ ist ein Bauhelfer aus Herne am Mittwoch zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 25-Jährige hatte unter anderem verbotene rechte Parolen gebrüllt - und dazu Polizisten mit einer ansteckenden Krankheit gedroht.

Der Bauhelfer war am 6. Juli 2017 mit ausgestrecktem Arm vor einer Bühne mit überwiegend alternativer Musik aufgetaucht und hatte unter anderem provokant gerufen: „Hurra, hurra, die Wehrmacht die ist da.“ Anschließend schmetterte der Herner (2,5 Promille Alkohol im Blut) immer wieder verbotene braune Parolen, beleidigte zwei Polizistinnen aufs Übelste sexistisch, ehe er den Beamten schließlich auch noch drohte: „Ich habe die Krätze und hoffe ihr kriegt das jetzt auch.“ Außerdem würde er sich nur allzu gerne an ihren minderjährigen Kindern vergehen.

Angeklagter wollte „die blanke Provokation“

Im Prozess vor dem Bochumer Amtsgericht präsentierte sich der Angeklagte kleinlaut, einsichtig und reumütig. Sein Verteidiger: „Es tut ihm wirklich sehr leid. Ihm ging es damals einfach um die blanke Provokation.“ Dass der Bauhelfer trotz 13 überwiegend einschlägigen Voreintragungen im Bundeszentralregister doch noch einmal eine weitere Bewährungschance erhielt, lag am jüngsten, positiven Entwicklungstrend.

Unter anderem hatte der Herner im Vorfeld eine Therapie angetreten, außerdem will er sich inzwischen auch von seinem rechtsradikalen Umfeld gelöst haben. „Ohne diese Tendenzen hätte es hier zappenduster ausgesehen“, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Urteil lautet auf Beleidigung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

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