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Bewegung gegen Schmerzen

WITTEN "Ich war langsam wie ein Chamäleon", lacht Hannelore Gabelt-Kassebaum, wenn sie an früher denkt. Doch was sich lustig anhört, ist nicht wirklich zum Lachen.

von Von Alexander Füten

, 08.10.2007
Bewegung gegen Schmerzen

Hannelore Gabelt-Kassebaum und Rainer Dietrich.

Denn Hannelore Gabelt-Kassebaum hat mit der schmerzhaften, chronischen Krankheit Morbus Bechterew zu kämpfen. Seit über 25 Jahren lebt sie mit der rheumatischen Krankheit. Der Krankheitsverlauf ist schleichend, aber äußerst schmerzhaft. "Die Räume zwischen den einzelnen Wirbeln entzünden sich, der Körper reagiert darauf und bildet Knorpel und Knochen. Dadurch wird die Wirbelsäule steif", erklärt sie. Damals erkundigte sie sich und stieß auf die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB). Und weil es in Witten keine therapeutischen Angebote gab, gründete sie eine Selbsthilfegruppe.

Von Null auf 100

25 Jahre ist dies nun her, die Gruppe feiert in diesem Jahr Jubiläum. "Gleich bei unserer ersten Veranstaltung interessierten sich 25 Patienten für uns", erinnert sie sich. Das Angebot war vorher einfach nicht vorhanden. "Ein Start von Null auf 100", lacht sie. Heute begleiten sie und der Gruppensprecher Rainer Dietrich 144 Patienten. "Unser Motto lautet: Bewegung, Beratung und Begegnung", erklärt Rainer Dietrich.

Bewegungstherapie

Denn mit der richtigen Bewegungstherapie kann man der chronischen Erkrankung Einhalt gebieten. Mit acht Übungsleitern und Therapeuten arbeitet die Selbsthilfegruppe Witten zusammen. "Wir können die Versteifung der Wirbelsäule in gewissem Maße verhindern bzw. verlangsamen", so Hannelore Gabelt-Kassebaum. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen. "Schon mit 18 bis 25 Jahren kann das Leiden auftreten. Bis Morbus Bechterew aber von den Ärzten diagnostiziert wird, verstreicht wertvolle Zeit", weiß Rainer Dietrich. "Denn wie gesagt, mit spezieller Gymnastik kann dem Fortschreiten der Krankheit Einhalt geboten werden. Dafür sind wir seit 25 Jahren da", freut sich Hannelore Gabelt-Kassebaum über das Jubiläum. Gefeiert wird am kommenden Samstag ab 18 Uhr im Scheunentor am Kälberweg.