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Biathlon-Skandal: Ermittlungen gegen zwölf Personen

Wien. In Österreich wird im Biathlon-Skandal gegen insgesamt zwölf Personen ermittelt. Es geht um Doping und Korruption. Das Verfahren wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Biathlon-Skandal: Ermittlungen gegen zwölf Personen

Die Durchsuchung des Sitzes der Internationalen Biathlon Union IBU in Salzburg stand am Anfang der Ermittlungen. Foto: Wildbild/APA

Im Biathlon-Skandal um Doping und Korruption wird in Österreich gegen insgesamt zwölf Personen ermittelt, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Maschl-Clausen von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Korruptionsvorwürfe würden zwei der Beschuldigten betreffen, sagte die Juristin ohne Namen zu nennen. Zudem wird auch gegen Betreuer und Sportler des russischen Biathlon-Teams ermittelt. Der Tatzeitraum betrifft vor allem die Biathlon-WM im Februar 2017 in Hochfilzen, die Korruptionsvorwürfe reichen bis 2012 zurück. Das Ermittlungsverfahren werde wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Maschl-Clausen.

In der Voche hatte es Hausdurchsuchungen in Österreich, Norwegen und Deutschland gegeben. Der Biathlon-Weltverband IBU hatte nach der Razzia am Verbandssitz mitgeteilt, dass gegen seinen Präsidenten Anders Besseberg (72) und seine deutsche Generalsekretärin Nicole Resch (42) ermittelt werde. Die beiden Top-Funktionären lassen seitdem ihre Ämter ruhen.

Nach Informationen norwegischer Medien wirft die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Besseberg vor, 65 Dopingproben nicht konsequent verfolgt zu haben. „Dass ich von den Russen Geld bekommen haben soll, um Dopingproben zu vertuschen, das kann ich klar und deutlich verneinen“, sagte Besseberg und wies die Vorwürfe zurück.

Nach Informationen der ARD-Dopingredaktion sollen auch bei der Vergabe der Biathlon-Weltmeisterschaft im September 2016 zugunsten der russischen Stadt Tjumen für das Jahr 2021 Bestechungsgelder geflossen sein. Dies stehe im Report der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, der dem Fernsehsender nach eigenen Angaben vorliegt. Im Februar 2017 hatte die IBU die WM-Zusage für Tjumen auf öffentlichen Druck zurückgezogen.

Der Biathlon-Skandal soll vor allem durch Daten des Moskauer Dopinglabors ins Rollen gebracht worden sein. Dabei handelt es sich um rund 9000 positive Screenings von insgesamt 4500 Athleten. Die WADA habe diese Informationen an 60 internationale Sportverbände weitergegeben.

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