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Online-Handel auf Vormarsch

Bis zu 50 000 Innenstadt-Läden droht das Aus

Dortmund/Berlin Kommunen und Einzelhandel schlagen Alarm. Der Siegeszug des Online-Handels gefährdet immer mehr stationäre Händler. Helfen sollen flexiblere Öffnungszeiten und die Möglichkeit zum "Erlebniseinkauf".

Bis zu 50 000 Innenstadt-Läden droht das Aus

Verhangene Schaufenster eines ehemaligen Optikers in einem leerstehenden Wohn- und Geschäftshaus. Dieses Schicksal droht laut Städte- und Gemeindebund bis zu 50 000 Innenstadt-Läden. Foto: Jens Büttner/Archiv

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor einer Verödung der Innenstädte. Durch den Boom des Online-Handels seien bis zu 50 000 Läden in den städtischen Zentren in Gefahr, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, unserer Redaktion.

Zentren verlieren an Attraktivität

"Leere Schaufenster in unseren Innenstädten führen zu einer Abwärtsspirale, die Zentren verlieren an Attraktivität", erklärte er.

Die Kommunalorganisation steht mit ihrer Warnung nicht allein. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) und das Kölner Handelsforschungsinstitut IFH schlagen Alarm.

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HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte im Gespräch mit der Zeitung: "Vor allem kleine und mittelständische Händler geraten immer mehr unter Druck. Bis 2020 könnten in der Folge des Strukturwandels bis zu 50 000 Standorte vom Markt verschwinden."

Mehr Entscheidungsspielraum bei Öffnungszeiten

Auch das IFH kam in einer bereits im August veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass fast jedem zehnten stationären Laden bis 2020 das Aus drohe.

Dies entspräche rund 45 000 Geschäften. Besonders gefährdet seien Händler in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Denn in diesen Regionen würden die Auswirkungen des Online-Booms noch durch den Bevölkerungsrückgang zusätzlich verstärkt.

Ausschuss bespricht Konzept

Zukunft des Einzelhandels auf dem Prüfstand

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Um gegenzusteuern, sollten die Länder den Kommunen bei den Ladenöffnungszeiten einen größeren Entscheidungsspielraum einräumen, forderte Landsberg.

Einkauf muss zum Erlebnis werden

Der Einkauf in der Innenstadt müsse zum "Erlebniseinkauf", der Besuch der Citys durch Angebote wie Kinderbetreuung, Kommunikationsmöglichkeiten und originelle Verkaufaktionen attraktiver gestaltet werden.

Dass es durchaus Chancen für den stationären Handel gibt, zeigt unterdessen eine aktuelle Umfrage der Management-Beratung Porsche Consulting, über die die "Welt" berichtete. Demnach legt jeder zweite Verbraucher Wert darauf, die Möglichkeit zu haben, Waren vor dem Kauf anzuprobieren oder zu testen.

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"Das ist ein deutliches Votum für den Einzelhändler am Ort", meinte Porsche-Consulting-Experte David Blecher. Rund 85 Prozent der Deutschen legten zudem Wert auf persönliche Beratung, wenn sie größere Anschaffungen wie Möbel, Computer oder Elektrogeräte oberhalb von 500 Euro planen. Dafür seien acht von zehn Kunden auch bereit, etwas mehr Geld zu zahlen.

Der HDE fordert angesichts der aktuellen Herausforderungen ebenfalls flexiblere Öffnungszeiten im stationären Handel. Online-Shops seien schließlich 24 Stunden lang an sieben Tage die Woche geöffnet.

Von dpa

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