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Bitter für Boateng: Aus für Madrid und Rest-Saison

München. Jérôme Boateng hat es wieder hart erwischt. Der Weltmeister fehlt dem FC Bayern auf der Zielgeraden der Saison. Wie schwer es den 29-Jährigen genau erwischt hat, lässt der Verein nicht erkennen. Möglicherweise steht auch die WM auf dem Spiel.

Bitter für Boateng: Aus für Madrid und Rest-Saison

Bayern-Verteidiger Jerome Boateng (M) kann beim Spiel gegen Real Madrid nur mit Unterstüzung den Platz verlassen. Foto: Andreas Gebert

Als Jérôme Boateng humpelnd und vom Teamarzt gestützt den Platz der Münchner Arena verließ, sorgte sich auf der Tribüne Bundestrainer Joachim Löw um seinen für die Fußball-WM eingeplanten Innenverteidiger. Im Halbfinal-Rückspiel bei Real Madrid fällt der Abwehrspieler aus.

Von detaillierten Diagnosen und Ausfalldauern sahen die Münchner am Tag nach dem 1:2 in der Champions League gegen die Königlichen ab. Eine „strukturelle Verletzung der Adduktoren-Muskulatur im linken Oberschenkel“ zwingt Boateng auf der Zielgeraden der Saison in die Zuschauerrolle. „Für die restlichen Spiele in dieser Saison werde ich meine Mannschaft so gut es geht supporten“, sagte der 29-Jährige, der seine WM-Teilnahme längst noch nicht abgeschrieben hat. „Jetzt heißt es kämpfen, um in Russland dabei zu sein. Dafür werde ich alles geben“, schrieb Boateng bei Twitter. Das Turnier in Russland beginnt am 14. Juni.

Der bei der Hinspiel-Niederlage vielbeschäftigte Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt war in der Nacht aus der Arena geeilt, ohne sich festlegen zu wollen. Trainer Jupp Heynckes hatte dort schon keine große Hoffnung mehr, dass Boateng bei der zweiten Partie gegen den Titelverteidiger am kommenden Dienstag in Madrid zur Verfügung stehen würde. Je nach Ausmaß der strukturellen Verletzung ist eine längere Pause als die spekulierten vier bis sechs Wochen möglich.

Ausgerechnet Boateng! Der Abwehrhüne war gerade wieder topfit geworden und präsentierte sich in der halben Stunde bis zu seiner Auswechslung bravourös gegen Weltfußballer Cristiano Ronaldo. „Jérôme hat fast wieder die absolute Topform wie 2013. Er ist mittlerweile ein Leader in der Mannschaft“, hatte Heynckes vor der Partie gesagt und gemeint: „Nur mit solchen Spielern können wir etwas gewinnen.“

Und ohne Boateng? Der hatte am Tag vor seinem Unfall optimistisch geklungen: „Ich habe hart dafür gearbeitet, dass ich wieder da stehe, wo ich stehe. Ich fühle mich sehr gut. Ich bin fast wieder in Topverfassung.“ Das will etwas heißen, denn die Krankenakte des Verteidigers ist lang. 2016 erlitt er Muskelbündelrisse in den Adduktoren sowie im Oberschenkel und musste sich am Brustmuskel operieren lassen. Vor einem Jahr folgte die nächste schwere Muskelverletzung im Oberschenkel - jetzt eine weitere.

Nun ist womöglich die WM für ihn in Gefahr. Weil auch Torwart Manuel Neuer nach einer langen Reha wegen eines Mittelfußbruchs noch im Aufbautraining ist, drohen in Russland zwei zentrale Defensivstützen der Weltmeister-Elf von 2014 auszufallen. Löw benennt am 15. Mai sein erweitertes Aufgebot. Im Trainingslager in Südtirol muss er am 4. Juni den endgültigen 23-Mann-Kader benennen.

Dass just in der Nacht zum Donnerstag ein Interview erschien, in dem Boateng über einen möglichen Weggang aus München sinnierte, entbehrte nicht einer gewissen Ironie. „Was sind meine noch nicht erreichten Ziele? Möchte ich mich immer wieder beim gleichen Klub mit den gleichen Voraussetzungen beweisen? Das hat wenig mit dem Wohlbefinden an einem Ort zu tun. Es geht vielmehr um die Frage der persönlichen Herausforderung“, sagte der 29-Jährige dem Magazin „Socrates“. Diese Herausforderung spielt seit Mittwoch kurzfristig keine Rolle. Boateng hat wie Heynckes und Löw aktuell ganz andere Sorgen.

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