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Landesweite Aktion

„Blitz-Marathon“: Polizei setzt bei Kontrollen auf Bürger

NRW Eine Idee aus Dortmund greift in ganz NRW um sich: Beim zweiten „Blitz-Marathon“ am 3. Juli bestimmen die Bürger mit, wo die Polizei 24 Stunden lang Tempokontrollen durchführt. Für das Konzept gibt es viel Lob - aber auch Kritik.

„Blitz-Marathon“: Polizei setzt bei Kontrollen auf Bürger

Der Blitz-Marathon wird am 3. Juli wieder den Einen oder Anderen überraschen.

„Wutpunkte“ nennt NRW-Innenminister Ralf Jäger solche Orte, an denen Bürgern immer wieder besonders rücksichtslose Autofahrer auffallen. Dieses lokale Wissen will die Polizei fünf Monate nach dem ersten Blitz-Marathon im Februar nutzen. Die Idee dazu kommt aus Dortmund: Polizei-Pressesprecher Peter Schulz geht es dabei darum, die Kontrollaktion auf eine möglichst breite Basis zu stellen – um so die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Hinweise nimmt die Polizei ab Montag telefonisch und per Mail entgegen. „Eine pfiffige Idee“, findet Frank Richter, NRW-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Doch ganz ohne Kritik sieht er die groß angelegte Aktion nicht. „Der Blitz-Marathon geht in vielen Behörden an die Belastungsgrenze. Das macht nur Sinn, wenn der Effekt nicht sofort verpufft, sondern wenn wir den Kontrolldruck langfristig erhöhen“, sagt Richter. Und das gehe nur mit mehr Polizisten. „Wenn wir der Polizei nicht endlich das Personal geben, das sie für regelmäßige Kontrollen braucht, müssen wir uns nicht wundern, wenn das Rasen Volkssport bleibt.“ In den Polizeibehörden vor Ort zog man im Februar eine positive Bilanz des ersten Blitz-Marathons. Bereits auf der Fahrt zum Dienst hätten einige Polizeibeamte gemerkt, dass Autofahrer langsamer und disziplinierter gefahren seien, meldete die Polizei in Münster.

Unbelehrbar zeigte sich hingegen eine Frau in Lünen: Sie wurde an der B 236 vormittags und nachmittags geblitzt – an derselben Kontrollstelle. In Bochum teilte ein gestoppter Temposünder mit, dass er zwar gewusst habe, dass verstärkt geblitzt werde. Er hätte es aber trotzdem eilig gehabt. Den münsterschen Verkehrswissenschaftler Daniel Krimphoff von der Westfälischen Wilhelms-Universität wundert ein solches Verhalten nicht: Um dauerhaft Raser abzuschrecken, gebe es zwei Möglichkeiten. Eine davon: „Man erhöht die Strafen drastisch. Kosten disziplinieren – die Menschen denken zuallererst ans Portemonnaie.“ Die Zweite: „Man kontrolliert dauerhaft mehr und erhöht so die Wahrscheinlichkeit, Raser zu erwischen.“ Auch das wäre eine Kostenüberlegung für die Fahrer.

Innenminister Jäger und der Polizei geht es allerdings nach eigenem Bekunden nicht ums Portemonnaie. Mit dem ersten Blitzmarathon sei es gelungen, „vielen Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie gefährlich zu schnelles Fahren ist“, heißt es aus dem Innenministerium. Eine Statistik der Deutschen Hochschule der Polizei untermauert die Gefahr: Schon ab Tempo 50 haben demnach angefahrene Fußgänger kaum eine Überlebenschance. „Unser größter Erfolg beim 24-Stunden-Blitz-Marathon wäre es, wenn sich alle an die Regeln hielten und die Polizei keine Knöllchen ausstellen müsste“, sagt der Innenminister.

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