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Neue Probleme

Block 3 im Atomkraftwerk Tihange abgeschaltet

Huy/Aachen Neue Probleme im umstrittenen belgischen Atomkraftwerks Tihange. Ein Block des Kraftwerkes unweit von Aachen musste in der Nacht zu Freitag wegen technischer Probleme abgeschaltet werden.

Block 3  im Atomkraftwerk Tihange abgeschaltet

Das Kernkraftwerk an der Maas in Tihange (Belgien). Foto: dpa Foto: dpa

Die Abschaltung des Blockes im Atomkraftwerk Tihange bestätigte der Betreiber Engie Electrabel der Nachrichtenagentur Belga. An einem Ventil im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks müsse gearbeitet werden, wird ein Sprecher zitiert.

Ersten Schätzungen zufolge könnte der rund 70 Kilometer von Aachen gelegene Reaktor in der Nacht zum Samstag wieder neu gestartet werden. Das Kraftwerk steht wegen wiederholter Pannen in Deutschland in der Kritik. Sorge bereiten vor allem Tausende Mikrorisse an Meiler 2. Tihange 1 wurde wegen eines technischen Problems im Oktober vorübergehend vom Netz genommen. Diesmal ist Block 3 betroffen. Die belgische Regierung hält die gesamte Anlage für sicher.

AACHEN Die Sorgen der Menschen in der Aachener Region vor einem Atomunfall sind mit Blick auf die maroden Atom-Anlagen im Nachbarland Belgien groß. Die Behörden verteilen darum kostenlos Jodtabletten, obwohl diese eigentlich nur im Ernstfall ausgegeben werden. Viele Menschen haben sich auch schon vorher versorgt. mehr...

In der Region Aachen jedoch ist die Sorge groß. Zehntausende haben sich aus Angst vor einem Atomunfall bei einer Verteilaktion der Behörden mit Jodtabletten versorgt. Ende Oktober waren bereits knapp 40.000 Anträge für jeweils einen Haushalt eingegangen, in dem auch mehrere Personen leben können. Damit liegt die Zahl derer, die sich über die Aktion mit Jodtabletten versorgt haben, schätzungsweise bei rund 100.000. Menschen. Viele verunsicherte Bürger hätten sich schon vor der Behörden-Aktion Jodtabletten rezeptfrei in den Apotheken gekauft, sagte der Leiter der regionalen Koordinierungsgruppe Markus Kremer. Darum sei es absehbar gewesen, dass ein Teil der Bevölkerung von dem Angebot nicht mehr Gebrauch machen würde. Er ging davon aus, dass in den letzten Wochen bis zum 30. November noch mehr Personen die kostenlose und unbürokratische Möglichkeit nutzen werden.

Jodtabletten eigentlich nur im Ernstfall

Die Jodtabletten sollen eigentlich nur im Ernstfall ausgegeben werden. Wegen der Nähe zum umstrittenen belgischen Kernkraftwerk Tihange hatte die Region beim Land Nordrhein-Westfalen darauf gedrungen, die Bevölkerung schon jetzt mit den Tabletten zu versorgen. Politik und Verwaltung bezweifeln, dass dies im Ernstfall rechtzeitig gelingen kann. Die hoch dosierten Jodtabletten sollen verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt.

dpa/kar

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