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Blütenpracht im Ammerland - Mit dem Rad zum Rhododendron

Westerstede. Im Ammerland blühen im Mai Millionen Rhododendren. In diesem Jahr lohnt die Blütentour besonders: Auf der Blumen- und Pflanzenschau „Rhodo“ in Westerstede werden die schönsten Exemplare präsentiert.

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Stolzes Exemplar: um 1930 gepflanzter Rhododendron Rex im Pflanzenpark Hobbie. Foto: Bernd F. Meier

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Hier wachsen die „Rhodos“: 120 Sorten sind es in der Baumschule von Timo Schröder. Foto: Bernd F. Meier

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Radeln durch parkartige Landschaften: Rhododendron-Allee in der Baumschule von Timo Schröder. Foto: Bernd F. Meier

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Unterwegs auf zwei Rädern: Viele Radwege im Ammerland führen durch die Baumschulgebiete der Region. Foto: Bernd F. Meier

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Im Schlosspark in Rastede wuchsen gegen Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Rhododendren der Region. Foto: Bernd F. Meier

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Baumschule mit Tradition seit 1845: Gerd-Dieter und Junior Dirk Böhlje. Foto: Bernd F. Meier

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Birgit Hobbie pflegt mit ihrem Mann Volker und bis zu 60 Beschäftigten den Rhododendronpark Hobbie - gegründet hat ihn Großvater Dietrich Gerhard 1928. Foto: Bernd F. Meier

„Wir hier im Ammerland sind das Silicon Valley des Rhododendrons“, sagt Timo Schröder, Inhaber einer Baumschule aus Wiefelstede. Die grüne Parklandschaft im Nordwesten Niedersachsens ist die Heimat der Rhododendren, die hier Rhodos genannt werden.

Die Region gilt als wichtigstes europäisches Anbaugebiet für Bäume und Sträucher. Das lockt auch Urlauber an. Das europäische Zentrum der Baumschulwirtschaft lernen Besucher am besten auf einer Fahrradtour kennen. Hauptsaison ist von Ende April bis Juni, wenn viele Millionen Rhododendren blühen. Die Ammerland-Route führt über 165 Kilometer als Rundkurs durch die Parklandschaft.

Mehr als 300 Baumschulen gibt es in der Region. In Westerstede sind es allein rund 60 Betriebe. In Schröders Baumschule in Wiefelstede lernen die Rhodos vor allem eines: groß und stark werden. Jedes Jahr wachsen 1,5 Millionen Stecklinge und Veredlungen in der Wärme von matt glänzenden Folientunneln und den gläsernen Gewächshäusern heran - 120 Sorten sind es.

Die Geschichte der Rhododendren beginnt am Barockschloss in Rastede: Bei der Gestaltung des Schlossparks im englischen Landschaftsstil brachte der Gartenarchitekt Carl Ferdinand Bosse um 1784 die immergrünen Sträucher ins Ammerland. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Flachwurzler zum farbenfrohen Schmuck in den Gärten von Bürgerhäusern und Gutshöfen der Gegend. Um 1850 entstanden in der Region aus Landwirtschaftsbetrieben heraus die ersten Baumschulen, in denen die „Alpenrose des Nordens“ für wirtschaftlichen Aufschwung sorgte.

Wer keine Zeit für die gesamte Ammerland-Route hat, kann in Westerstede einen von sieben kürzeren Radwegen mit 47 bis 77 Kilometer Länge wählen. Stationen mit Leihrädern gibt es in Westerstede, Bad Zwischenahn und Rastede.

Ein Zwischenstopp für Radler ist der Rhododendronpark Hobbie in Linswege. Mit 70 Hektar Fläche ist der Privatpark Deutschlands größtes Rhododendren-Paradies. Farbenpracht links und rechts verschlungener Pfade, fünf Meter aufragend und mehr - ein imposanter Blütenwald. „Die ältesten Rhodos wurden vor über 90 Jahren gepflanzt und sind heute etwa zehn Meter hoch“, sagt Birgit Hobbie, die den Park mit ihrem Mann Volker und bis zu 60 Beschäftigten pflegt.

Großvater Dietrich Gerhard gründete den Rhododendronpark 1928, zunächst wohl als Hobby. Der Landwirt sammelte Rhododendronsamen aus England und den USA, unternahm Exkursionen in englische Parks und reiste sogar ins Himalaya-Hochland, das als Heimat zahlreicher Rhododendronarten gilt. „Der Großvater züchtete und kreuzte die fremden Arten mit dem Ziel, für das Ammerland frostresistente Rhodos und mit prächtigen Blüten zu bekommen“, erzählt Birgit Hobbie.

Die Innenstadt von Westerstede verwandelt sich bei der Blumen- und Pflanzenschau „Rhodo“ alle vier Jahre in ein farbenprächtiges Blütenmeer. „Perspektivwechsel“ ist das Motto der „Rhodo 18“ (10. bis 21. Mai), zu der zigtausende Gartenfreunde erwartet werden.

Damit sowohl Frühblüher als auch spät blühende Rhododendronarten zur Schau ihre volle Farbenpracht zeigen, arbeiten die Ammerländer trickreich: Die Frühblüher werden vorzeitig ins Kühlhaus gesteckt und zittern bei vier Grad Celsius ihrem großen Auftritt entgegen. Ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen: Wenn das Ammerland im Frühjahr von späten Frösten heimgesucht wird, dann sind die Blüten dahin und die „Rhodo“ muss verschoben werden. Das war zuletzt vor 33 Jahren so - die 1985er-Schau fand 1986 statt.

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