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Konzertauftakt in Köln

Blumfeld melden sich mit großartigem Auftritt zurück

KÖLN Vor 20 Jahren hat die Band Blumfeld ein Album veröffentlicht, das Höhepunkt und Wegweiser für die deutsche Popmusik war: „L’État Et Moi“. Obwohl Sänger und Songschreiber Jochen Distelmeyer Blumfeld 2007 aufgelöst hatte, ging er jetzt wieder mit ihr auf Tour, um den 20. Geburtstag des Albums zu feiern. So auch am Mittwoch in Köln.

Blumfeld melden sich mit großartigem Auftritt  zurück

Die Band Blumfeld um Jochen Distelmeyer meldete sich mit einem großartigen Auftritt in Köln zurück.

Das erste Konzert der Tour vor 1500 Fans in der Kölner Live Music Hall war mehr als eine wehmütige Rückschau. Wie das Album startet das Konzert mit einem Hubschrauber-Geräusch. Doch es will nicht gleich abheben. Etwas zu spät setzt das Bassmotiv des ersten Blumfeld-Gitarristen Eike Bohlken ein, Jochen Distelmeyers singt die bekannten Zeilen schleppend: „Überall sind Menschen in den Straßen / Kenn ich nicht, gehöre nicht dazu.“  Das Thema des Albums, eigentlich der ersten beiden Blumfeld-Alben, scheint hier schon durch: Es geht um die Positionierung des Ichs in der Welt, des Ichs gegenüber den Anderen, dem System, die eigene Haut als unüberwindbare Grenze und Trennung, die Ohnmacht gegenüber Verhältnissen, mit denen man nicht einverstanden ist.

Obwohl sich um Blumfeld Anfang und Mitte der 90er-Jahre eine ganze deutschsprachige Musikszene gebildet hat, der man den Namen „Hamburger Schule“ verpasste, und obwohl ihnen neue Bands wie Die Nerven, Trümmer oder Ja, Panik nacheifern – nie wieder hat jemand ihre Qualität erreicht. Ihre Songs haben ein Anliegen und eine Haltung, sie sind politisch, gesellschaftskritisch, philosophisch. Nachdem sich die Band warm gespielt hat, die sich in der Gründungsformation erst wieder finden musste, erlangt der Kölner Auftritt die alte Dringlichkeit. „L’État Et Moi“ spielt das Trio aus Distelmeyer, Bohlken und Schlagzeuger André Rattay, das bei manchen Stücken von einem zweiten Gitarristen ergänzt wird, fast komplett. Dazu kommen viele Songs des ersten Albums „Ich-Maschine“, das produktionstechnisch noch sehr nach dem kalten Studiosound der 80er-Jahre klingt.

In Köln malt die Band auch die so lyrischen wie sloganhaften Texte früher Werke wie „Ghettowelt“ oder die erstaunliche B-Seite „Anderes Ich“ auf dichte Gitarrenwände mit stoischen Bassläufen und Schlagzeug-Beats. Das hat Wucht, das ist drängend und klingt erstaunlich gegenwärtig. Es bleibt zu hoffen, dass Blumfeld eine Form für eine zukünftige Zusammenarbeit finden. Sie werden weiter gebraucht. 

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