Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Opel-Krise

Bochumer Belegschaft fordert Standortgarantie

BOCHUM Turbulente Betriebsversammlung bei Opel in Bochum: Im Kampf um den Erhalt des Werks auch über 2016 hinaus gibt sich der Betriebsrat kämpferisch. Die Kollegen hören sich die angereisten Chefs gar nicht erst an.

Bochumer Belegschaft fordert Standortgarantie

Transparent vor dem Bochumer Opel-Werk: Die Opel-Mitarbeiter wollen von ihm wissen, wie es mit ihrem Werk nach dem Jahr 2016 weitergeht. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Betriebsratsvorsitzende von Opel in Bochum, Rainer Einenkel, hat eine Standortgarantie für das Werk über das Jahr 2016 hinaus gefordert. Bei einer Belegschaftsversammlung am Samstag hätten jedoch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke und der ebenfalls anwesende Personalvorstand Holger Kimmes signalisiert, dass eine derartige Zusage von ihnen nicht zu erhalten sei, sagte Einenkel.

Daraufhin hätten rund 2000 Mitglieder der Belegschaft den Versammlungssaal verlassen, so dass keiner der beiden Manager mehr das Wort ergriffen habe, berichtete Einenkel. Die Veranstaltung sei dann beendet worden.Werksschließungen nicht ausgeschlossen

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) will die Produktion in den europäischen Fabriken des verlustreichen Autoherstellers umschichten, um Kosten zu sparen. Werksschließungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren, dass der US-Konzern der Tochter seit Jahren den Zugang zu wichtigen Auslandsmärkten wie China verweigert.

Das Opel-Management will mit der IG Metall und den Betriebsräten über einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 verhandeln. Das vom Aus bedrohte Werk in Bochum soll nicht schon 2015 geschlossen werden, sondern frühestens zwei Jahre später, wenn die aktuelle Zafira-Fertigung ausgelaufen ist. Das Management erwartet dafür Entgegenkommen bei der Umsetzung des Tarifabschlusses 2012.

Für die bevorstehenden Verhandlungen mit dem Opel-Management zeigte sich der Betriebsratsvorsitzende kämpferisch: «Wir werden zur richtigen Zeit die richtige Antwort geben», sagte Einenkel. Konkrete Aktionen wollte er zunächst jedoch nicht ankündigen. «Der Ball liegt nun beim Management», sagte er.Empörung über Pläne

Opel-Beschäftigte zeigten sich nach der Belegschaftsversammlung empört über die Pläne. «Wir werden auf keinen Fall für unsere eigene Beerdigung bezahlen», sagte Opel-Vertrauensmann Rainer Weinmann.

Die «WirtschaftsWoche» berichtet, Opel-Arbeiter könnten durchaus in anderen Branchen Arbeit finden. Die Betroffenen des 2010 beschlossenen Abbaus von 1800 Arbeitsplätzen seien über eine Transfergesellschaft zu 75 Prozent vermittelt worden. Der Mediziner und Buchautor Dietrich Grönemeyer, Bruder des ebenfalls in Bochum aufgewachsenen Popsängers Herbert Grönemeyer, empfahl in dem Blatt die Gesundheitswirtschaft in der Stadt als Arbeitgeber für ehemalige Opel-Beschäftigte.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sondierungen in Berlin

Optimismus und Skepsis nach Jamaika-Gesprächen

Berlin Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne wollten am Donnerstag bei ihrem Treffen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen nicht zu sehr in Verletzungen der Vergangenheit rumwühlen. Nebenbei rumort es aber ordentlich - vor allem im konservativen Lager.mehr...

Fußball: Champions League

FC Bayern schlägt Celtic Glasgow ohne Probleme

MÜNCHEN Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League wieder fest im Visier. Die Münchner gewannen am Mittwoch am dritten Spieltag der Gruppe B daheim 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...