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Bochumer Fahrradwege sorgen für Aufregung

Demonstration

Immer mehr Menschen in Bochum lassen das Auto stehen und fahren mit dem Fahrrad. Doch gerade im Bereich der Innenstadt gibt es gar keine oder nur sehr unzureichende Fahrradwege. Daher geht die Gruppe "Urban Radeling" am Samstag auf die Straße. Die Stadt will das Radfahren aus Klimaschutzgründen aber fördern.

BOCHUM

, 16.04.2015
Bochumer Fahrradwege sorgen für Aufregung

Einige Teile Bochums sind bereits sehr fahrradfreundlich, wie hier die Erzbahntrasse. Doch gerade im Bereich der Innenstadt stehen Radfahrer immer noch häufig vor Problemen.

Wer im Bochumer Zentrum mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat häufig schlechte Karten. Fahrradstreifen sind an vielen Stellen Mangelware. Die junge Gruppe Urban Radeling hat deshalb eine Demo für Samstag angemeldet. Die Stadt bemüht sich zwar um eine Verbesserung – doch verschiedene Interessen und der Platzmangel stehen einer Optimierung im Weg.

„Am schlimmsten ist es am Innenstadtring“, findet Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt von der Fahrradgruppe Urban Radeling. Rund um den Ring herrsche die „absolute Fahrradhölle“ – dort gebe es gar keine Fahrradstreifen, nicht einmal auf dem Bürgersteig angelegte Radwege.

Gemeinsam mit anderen Vielradlern organisiert Czapracki-Mohnhaupt deswegen am Samstag, 18. April, eine Fahrraddemo, die um 11 Uhr am Hauptbahnhof startet. „Antreten gegen die Fahrradhölle“ lautet das Motto, das sich die Radfahrer auf die Fahne geschrieben haben.

Erst vor einigen Wochen belegte Bochum beim ADFC-Klimatest den miserablen vorletzten Platz. Trotzdem ist die Begeisterung für das Radfahren in Bochum nach wie vor groß. Das zeigen Aktionen wie der heute stattfindende Flashmob der Hochschule Bochum (siehe eigener Artikel). Nachhaltige Mobilität steht bei allen Generationen im Fokus. Doch gerade darin sieht Czapracki-Mohnhaupt ein weiteres Problem: „Gerade ältere Menschen und kleine Kinder lassen sich von den Autos um sie herum leicht verunsichern“ Für Czapracki-Mohnhaupt ist eine Verbesserung der Situation nur dann in Sicht, wenn es wirklich großzügige Fahrradstreifen – insbesondere im Innenstadtbereich – gibt. „Die Radwege auf den Bürgersteigen sind auch nicht optimal, denn dort sind es dann ja die Radfahrer, die die Fußgänger bedrohen“, erklärt er.

Erfolgreiches Konzept

Dass eine Fahrraddemo wie die von Urban Radeling Erfolg haben kann, das zeigt die Vergangenheit. Bereits in den 90er Jahren gab es in Bochum regelmäßig solche Demonstrationen. Mit Erfolg: Ihnen verdanken die Radfahrer von heute die recht komfortablen Fahrradstreifen an der Herner und Dorstener Straße. Die Stadt arbeitet bereits seit einiger Zeit an einer generellen Verbesserung der Situation für Radfahrer. Doch an vielen Stellen herrsche einfach ein Platzproblem. Stadtsprecher Oliver Trappe weist auf die verschiedenen Interessen hin, die bei solchen Umbauten berücksichtigt werden müssen: „Der Anlieferungsverkehr muss erhalten bleiben, Fußgänger wollen sich sicher fühlen und der Autoverkehr soll fließen.“

Trappe versichert: „Bei jeder Straße, die heutzutage neu gebaut wird, wird von vornherein auf die Radwege geachtet.“ Generell scheint die Stadt ein Interesse daran zu haben, das Radfahren zu stärken. Ab dem 11. Mai nimmt sie teil am „Stadtradeln“, einem deutschlandweiten Wettbewerb: Bürger sammeln dabei per Rad Kilometer, um Lärm und Luftschadstoffe zu reduzieren.

Bei der Fahrraddemo am Samstag werden die Radler gemeinschaftlich zwei Runden um den gesamten Innenstadtring drehen und schlussendlich in die Massenbergstraße abbiegen. Bis es ausreichend Fahrradstreifen gibt, hat Czapracki-Mohnhaupt nur einen Tipp: „Blickkontakt halten mit den Autofahrern.“