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Bochumer Künstler riefen und viele Bürger kamen

Geballte Solidarität

Tränen, Wut und ein berauschendes Gefühl der Gemeinschaft beherrschten am Dienstagabend den Vorplatz des Schauspielhauses. Denn hier hatten sich rund 3000 Menschen zusammengefunden, um den Opelanern ein einfaches, aber ein starkes Zeichen zukommen zu lassen.

BOCHUM

von von Verena Halten

, 27.06.2012
Bochumer Künstler riefen und viele Bürger kamen

Tausende Menschen hatten sich am Dienstag solidarisch auf dem Schauspielhaus-Vorplatz versammelt. Sie alle sagen: »Ihr seid nicht allein. Wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam mit euch!«

„Diese Stadt steht hinter euch. Ihr müsst diesen Kampf nicht alleine kämpfen“, sagte die Bochumerin Silke. Sie war mit Töchterchen Ari und mit Freunden zum Schauspielhaus gekommen. Dabei ist sie selbst nicht direkt betroffen, denn sie ist keine Opelanerin. „Ich kenne aber unzählige betroffene Mitarbeiter“, verriet sie fassungslos und mit ernster Miene.

Fassungslosigkeit und Ernst waren es überwiegend, was am Dienstagabend auf dem Vorplatz vorherrschte. Und das, obwohl die Künstler, die sich versammelt hatten um ihre Solidarität zu bekunden, für ein unterhaltendes Programm sorgten. Eingefunden hatten sich unter vielen anderen Armin Rhode, Frank Goosen und Hennes Bender. Aber auch offizielle Vertreter der Symphoniker, des Stadtarchivs, der Fidena, des Kunstmuseums, des Prinz-Regent-Theaters, des Schauspielhauses, des Starlight Expresses, des Bahnhofs Langendreer, des X-Vision-Projekts, des Theater Totals und auch des Thealozzis waren anwesend.

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Bochumer Künstler für Opel

Von Opelanern über Gewerkschafter, Künstler, Rapper, Unterstützer und Politiker kamen am Dienstagabend mehr als 3000 Menschen auf dem Platz vor dem Schauspielhaus, um ein geballtes Zeichen der Solidarität zu setzen.
28.06.2012
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Rainer Einenkel, Vorsitzender des Betriebsrats Opel, sprach vor den versammelten Bochumern, die sich für eine Zukunft von Opel in Bochum aussprachen - und das sehr deutlich. © Foto: Halten
Unterstützung kommt zurzeit wirklich aus der ganzen Stadt. Auch Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz ließ es sich nicht nehmen, ein paar solidarische Worte zu sprechen.© Foto: Halten
Renate Wisniewksi, Mutter eines Opelaners.© Foto: Halten
Raiko Küster und Maja Beckmann präsentierten Auszüge aus dem Stück »Kleiner Mann, was nun?«© Foto: Halten
Raiko Küster und Maja Beckmann präsentierten Auszüge aus dem Stück »Kleiner Mann, was nun?«© Foto: Halten
Raiko Küster und Maja Beckmann präsentierten Auszüge aus dem Stück »Kleiner Mann, was nun?«© Foto: Halten
Tausende Menschen hatten sich am Dienstag solidarisch auf dem Schauspielhaus-Vorplatz versammelt. Sie alle sagen: »Ihr seid nicht allein. Wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam mit euch!« © Foto: Halten
Sibylle Broll-Pape und Frank Goosen vertraten unter anderm das Prinz-Regent-Theater und den VfL Bochum. © Foto: Halten
Joachim Hermann Luger ist den meisten Menschen wohl nach wie vor als Vater Beimer aus der »Lindenstraße« bekannt. Auch ihm liegt die Zukunft des Opelwerkes, und somit auch von Bochum, sehr am Herzen. © Foto: Halten
: Ernst-Otto Stüber, ehemaliger Oberbürgermeister Bochum, hat das Opelwerk von Anfang an begleitet. Er möchte, dass es auch weiterhin erhalten bleibt. © Foto: Halten
Auch Schauspieler Armin Rohde verkündete seine Solidarität. »Wir müssen Flagge zeigen!« © Foto: Halten
Patrick, Katja und Jan (v.l.) stehen mit ganz Bochum hinter Opel. © Foto: Halten
Für Jan S. ist es eine Selbstverständlichkeit, Solidarität zu zeigen und zu praktizieren. Und das, obwohl er kein Opelaner ist. © Foto: Halten
Auch der Starlight Express steht voll und ganz hinter Bochum. »Rusty« und »Papa« sorgten mit einer stärkenden Darbietung des Titelsongs für Gänsehaut. © Foto: Halten
Auch der Starlight Express steht voll und ganz hinter Bochum. »Rusty« und »Papa« sorgten mit einer stärkenden Darbietung des Titelsongs für Gänsehaut. © Foto: Halten
Auch der Starlight Express steht voll und ganz hinter Bochum. »Rusty« und »Papa« sorgten mit einer stärkenden Darbietung des Titelsongs für Gänsehaut. © Foto: Halten
Tausende Menschen hatten sich am Dienstag solidarisch auf dem Schauspielhaus-Vorplatz versammelt. Sie alle sagen: »Ihr seid nicht allein. Wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam mit euch!« © Foto: Halten
: Unterstützung gab es auch aus Spanien. Eduard Donnaire Yenes, Generalsekretär der spanischen Partnergewerkschaft der IG Metall, sprach zu den Anwesenden und berührte sie tief.© Foto: Halten
Unterstützung gab es auch aus Spanien. Eduard Donnaire Yenes, Generalsekretär der spanischen Partnergewerkschaft der IG Metall, sprach zu den Anwesenden und berührte sie tief.© Foto: Halten
Bochumerin Barbara ließ sich von Armin Rohde das Opel-Unterstützungs-Shirt unterzeichnen. Der Ehemann der Rentnerin ist ehemaliger Opelaner.© Foto: Halten
Tausende Menschen hatten sich am Dienstag solidarisch auf dem Schauspielhaus-Vorplatz versammelt. Sie alle sagen: »Ihr seid nicht allein. Wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam mit euch!«© Foto: Halten
Tausende Menschen hatten sich am Dienstag solidarisch auf dem Schauspielhaus-Vorplatz versammelt. Sie alle sagen: »Ihr seid nicht allein. Wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam mit euch!«© Foto: Halten
Hennes Bender teilte Geschichten aus seiner Jugend - als er während des Studiums noch bei Opel jobbte. © Foto: Halten
Die beiden Opelaner Ramadan Thaui und Sener Kurtoglu (v.l.) waren von der geballten Rückendeckung regelrecht überwältigt. © Foto: Halten
Die beiden Opelaner Ramadan Thaui und Sener Kurtoglu (v.l.) waren von der geballten Rückendeckung regelrecht überwältigt. © Foto: Halten
Die beiden Opelaner Ramadan Thaui und Sener Kurtoglu (v.l.) waren von der geballten Rückendeckung regelrecht überwältigt. © Foto: Halten
Tausende Menschen hatten sich am Dienstag solidarisch auf dem Schauspielhaus-Vorplatz versammelt. Sie alle sagen: »Ihr seid nicht allein. Wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam mit euch!«© Foto: Halten
Tausende Menschen hatten sich am Dienstag solidarisch auf dem Schauspielhaus-Vorplatz versammelt. Sie alle sagen: »Ihr seid nicht allein. Wir kämpfen diesen Kampf gemeinsam mit euch!«© Foto: Halten
Emanuela Danielewicz, Kosmopolen, und Irene Schlump, Kulturhaus Oskar, (v.l.) fanden die Veranstaltung sehr gelungen - den Hintergrund natürlich eher nicht. © Foto: Halten
Schlagworte Bochum

Zwei Stunden lang präsentierten sie Lieder, die Stärke vermitteln sollten, und Kraft schenkende Geschichten. Denn wer weiß, dass Hennes Bender mal für kurze Zeit bei Opel gearbeitet hat? Oder dass Frank Goosens erstes Auto ein Blitzträger war? In seiner Funktion als Vertreter des VfL rief er die Opelaner dazu auf, bei der Saisoneröffnung am 28. Juli ihre Situation zu thematisieren. Der VfL sei für Gespräche offen. Er versprach zudem 500 Freikarten.

Damit wurde deutlich, was an diesem Abend immer wieder zu hören war: Bochum ist Opel, Opel ist Bochum. Dass das so bleiben muss, steht für Betriebsratschef Rainer Einenkel außer Frage. Mit seiner kämpferischen Rede traf er den Nerv vieler Besucher, die sich eine Schließung des Werkes nicht vorstellen können. Sichtlich angetan von dieser Solidarität war auch ein Gewerkschafter aus Asturien, der gerade in der Stadt zu Besuch war und zusammen mit der IG Metall-Leitung zum Schauspielhaus gekommen war, um hier zu den Menschen zu sprechen. Auf dem Programm standen neben den Reden auch Stücke, die die Problematik behandeln, vor der sich momentan viele Bochumer fürchten. Beispielsweise in Raiko Küsters und Maja Beckmanns Darbietung des Klassikers „Kleiner Mann, was nun?“.

Denn es sind nicht „nur“ die rund 3200 Opel-Arbeitsplätze, die auf der Kippe stehen. „Geht Opel den Bach runter, hängt da noch ein Rattenschwanz von gut 43 000 anderen Stellen dran“, brachte der Opelaner Ramadan Thaui die Bedeutung des Werkes für die Stadt und die Region auf den Punkt.