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Bochumer Ruhr-Park ist verkauft

An britischen Investor

BOCHUM Eines der größten Shoppingcenter der Region, der Bochumer Ruhr-Park, wird verkauft. Noch ist offen, ob und welche Auswirkungen das auf den Einkaufskomplex am Rande der A 40 haben wird.

von Von Natascha Assmann und Lisa Seiler

, 09.08.2010
Bochumer Ruhr-Park ist verkauft

Der Ruhr-Park von oben.

Wie der alte und der zukünftige Eigentümer am Montag gemeinsam mitgeteilt haben, stehe der Verkauf „vor dem Abschluss“. Aktuell gehört das Shoppingcenter noch einem sogenannten geschlossenen Immobilienfonds der WestFonds GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Landesbank WestLB. Die 1800 Anleger des Fonds haben laut Mitteilung zu mehr als 86 Prozent dem Kaufvertrag zugestimmt. Neuer Eigentümer soll ein britischer Investor werden: die Perella Weinberg Real Estate Fund I LP. Der Kaufpreis für die 126 000 Quadratmeter große Immobilie soll sich auf rund 260 Millionen Euro belaufen. Laut Mitteilung ist der Kaufvertrag bereits unterschrieben. Im September soll der Eigentümer dann wechseln. Wer den Ruhr-Park letztlich betreiben wird, ist noch unklar. Ein Kandidat scheint die Essener Managementgesellschaft mfi zu sein, die sich auf die Entwicklung und den Betrieb von Einkaufs-Arcaden spezialisiert hat. Mfi-Sprecher Thorsten Müller wollte sich mit Blick auf „die laufenden Gespräche“ nicht weiter dazu äußern. Er bestätigte jedoch, in den Deal „involviert zu sein“. Die mfi managt in NRW unter anderem auch die Recklinghausen und Düsseldorf Arcaden sowie den Servicepark Dortmund-West. Derzeit betreibt die EPM Assetis GmbH den Ruhr-Park.

Zu den Verkaufsgründen sagte Achim Quambusch, Vorsitzender der Geschäftsführung von WestFonds: „Relevant ist, was die Eigentümer wollen. Das Angebot war hoch attraktiv.“ Auch bestehe der Fonds, der zu den erfolgreichsten in Deutschland gehöre, bereits seit mehr als 30 Jahren. Die Anleger seien älter oder hätten die Anteile bereits übertragen. Dies könne ebenfalls ein Grund für den Verkauf sein. Zudem stünden im Ruhr-Park Investitionen an, die den Gewinn hätten schmälern können. Dass das Einkaufscenter aus wirtschaftlicher Not den Eigentümer wechselt, scheint unwahrscheinlich. Auch Marco Cabras, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, sagt: „Ein Immobilienfonds wird in der Regel dann verkauft, wenn die Anleger der Meinung sind, einen hohen Gewinn zu erzielen.“ Und dazu müsse ein Einkaufscenter eine gute Auslastung und wenig Leerstände haben. Der Gewinn wird unter den Anlegern ausgeschüttet. Der Ruhr-Park hat 1964 eröffnet und zählt eigenen Angaben nach am Tag rund 50 000 Kunden – 16 Millionen im Jahr.