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Bochumer erpresste Kinder

Missbrauch

Warum Eltern ihre Kinder beim Umgang mit dem Internet gut aufklären sollen, wurde gestern am Landgericht deutlich. Dort muss sich ein Mann aus Berlin wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verantworten. Die Kontakte zu seinen Opfern soll er über Internet-Netzwerke wie „SchülerVZ“ und „msn“ geknüpft haben.

BOCHUM

von Tom Eder

, 24.08.2010

Der Angeklagte ist 33 Jahre alt und einschlägig vorbestraft. Zusammen mit einem bereits verurteilten Bochumer (19) soll er Kinder sogar erpresst haben, Sex-Videos von sich zu drehen und ihm zu schicken. Auch seinen mutmaßlichen Mittäter hatte der Angeklagte über das Internet kennen gelernt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft diente er als eine Art Mittelsmann. Bei ihm und teilweise mit ihm sollen die Videos per Webcam gedreht worden sein. Der Inhalt: schlimm. Bei den Taten soll der Berliner quasi Regie geführt und „konkrete Handlungsanweisungen“ gegeben haben. Anschließend seien die Filme nach Berlin überspielt worden.14-Jähriges Opfer Opfer war zunächst ein 14-jähriger Junge, der über das Internet angelockt worden sein soll. Nach einem ersten Video sollen die Täter mit der Veröffentlichung der Aufnahmen bei „SchülerVZ“ gedroht haben, falls er nicht weiter mache. Schließlich sollen sie ihn mit weiteren Erpressungen dazu gezwungen haben, auch noch seinen kleinen Bruder (11) einzubinden, der dann ebenfalls auf übelste Art und Weise sexuell missbraucht worden sein soll. Der 19-jährige Bochumer Mittäter ist bereits Mitte März vom Landgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der jetzt angeklagte Berliner sagte zu den Vorwürfen unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Das hatte zuvor sein Anwalt beantragt. Der Angeklagte ist bereits 2005 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess wird fortgesetzt.