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Bochumer verpasste nervigem Nachbarn eine Ohrfeige

Haft auf Bewährung

Laute Musik, zerstochene Autoreifen, Kratzer im Lack: Irgendwann platzte einem 41-jährigen Bochumer der Kragen. Er stellte den vermeintlichen Übeltäter – einen Nachbarn – zur Rede, verpasste ihm eine Ohrfeige, und handelte sich damit Ärger ein.

BOCHUM

von Von Tom Eder

, 08.06.2012

Das Urteil für den ohrfeigenden Nachbar am Amtsgericht: Drei Monate Haft auf Bewährung. Schon oft hatte die Nachbarfamilie in dem Haus in Stahlhausen den Angeklagten zuletzt auf die Palme gebracht. Immer wieder rief er die Polizei, weil für ihn die Musik-Lautstärke nicht mehr zu ertragen war. Doch nichts half.

Im Gegenteil. Nach den Polizeieinsätzen häuften sich angeblich die Schäden an seinem Auto. Als ihm Ende November 2011 zwei Reifen zerstochen wurden und er die Rechnung über 1000 Euro zahlen musste, reichte es dem Mann. „Irgendwann ist die Frustrationsgrenze erreicht“, erklärte sein Anwalt. Durch Zufall traf er den Nachbarn an einer Trinkhalle und machte seinem Ärger das erste Mal Luft. Er forderte das Geld zurück und kündigte an, er werde morgen wieder kommen. Im Hinterkopf habe er aber schon da gewusst, dass er niemals Geld sehen werde, sagte er im Prozess. Die Nachbarfamilie lebe schließlich von Hartz IV. Als der Nachbar ihn am nächsten Tag habe auflaufen lassen, habe er ihm eine Ohrfeige verpasst.

Das Gericht ließ am Ende trotz einer Vorstrafe wegen Körperverletzung Milde walten. „Sie hatten sicherlich berechtigten Ärger“, sagte der Vorsitzende Richter. Inzwischen ist in dem Mietshaus Ruhe eingekehrt. Der Vermieter hat den Ruhestörern gekündigt. Sie sind im Januar ausgezogen. Das Urteil lautet auf versuchte Nötigung und Körperverletzung.