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„Bombensicher!“ Kunstverstecke im Zweiten Weltkrieg

Müglitztal. Schloss Weesenstein in Sachsen war neben der Festung Königstein und der Albrechtsburg Meißen eines der Hauptdepots, in denen während des Kriegs Kunstwerke sicher vor Zerstörung aufbewahrt wurden. Eine Ausstellung.

„Bombensicher!“ Kunstverstecke im Zweiten Weltkrieg

Das Schloss Weesenstein, in dem Schätze vom Keller bis zum Dach lagerten. Foto: Monika Skolimowska

Für sechs Monate wird Schloss Weesenstein in Sachsen wieder zum „sicheren Versteck“.

Die Schau „Bombensicher!“ (24. März bis 7. Oktober) zeigt erstmals wissenschaftlich umfassend die Auslagerung von Kunstschätzen Ende des Zweiten Weltkrieges und damit ein spannendes Kapitel der sächsischen Kunstgeschichte.

Das einstige Schloss der Wettiner im Erzgebirge galt wegen seiner Lage und der bis zu vier Meter dicken Burgmauern als „bombensicher“. „Es war eines der größten Auslagerungsdepots und voll mit Kunstwerken - vom Keller bis zum Dachboden“, sagt die Kuratorin Birgit Finger. Fotos, Dokumente und Zeitzeugenberichte sollen das erlebbar machen.

„Mit den Auslagerungen wurde 1942/1943 begonnen“, berichtet sie weiter. Über Wochen reisten Experten damals durchs Land, auf der Suche nach geeigneten Orten, wo die Kunstwerke sicher vor Zerstörung sein würden. Weesenstein war neben der Festung Königstein und der Albrechtsburg Meißen eines der Hauptdepots. Allein für die Dresdner Kunstschätze gab es mehr als 40 solcher Domizile, sagt Thomas Rudert von der Forschungsabteilung der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD).

In die Schlosssäle wurden feuerfeste Fußböden eingezogen, Heizöfen installiert, Holz eingelagert, Zisternen und sogar eine Wasserleitung gebaut. In dem relativ stabilen Klima überstanden Gemälde wie Rembrandts „Saskia mit der roten Blume“, Poussins „Reich der Flora“ oder Tizians „Zinsgroschen“ unbeschadet das Kriegsende. Dazu kamen das Kupferstich-Kabinett, Meißner Porzellan, Teile des Mathematisch-Physikalischen Salons und kostbare Handschriften.

Von der Auslagerung in Weesenstein gibt es kaum Fotos und Dokumente und auch keine vollständigen Listen. „Es war ja geheim, dass die Schätze hier sind“, erklärt Mitkurator Alexander Hänel. Einige Objekte kommen nun auf Zeit zurück.

„Es ist eine Kistenausstellung“, sagt Finger. Die Holzkisten erinnerten an die ursprüngliche Verpackung der Kunstwerke für Transport und Lagerung. „Damit wird die Atmosphäre von damals wieder ins Schloss geholt und die Gefahr für die Kunst im Krieg erlebbar.“

„Bombensicher!“ blendet dabei nicht aus, dass Deutschland zuvor Kunst geraubt hatte. So gehörten Werke des „Sonderauftrags Linz“ und die Registratur des geplanten „Führermuseums“ von Adolf Hitler zu den ausgelagerten Objekten.

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