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Branche beklagt Stau an Wesel-Datteln-Kanal

Duisburg. Deutschlands Binnenschiffer beklagen Dauerstau am Wesel-Datteln-Kanal, der bundesweit zweitwichtigsten Wasserstraße nach dem Rhein. Grund seien Verschleiß und jahrzehntelang versäumte Sanierungen sowie Personalmangel bei den zuständigen Verwaltungen. „Das ist Mangelverwaltung in höchster Vollendung“, kritisierte der Bundesverband Deutscher Binnenschiffer (BDB) am Dienstag. Es fehlten massiv Ingenieure für Neuplanungen, erklärte der Verband.

Unter anderem sind in sechs Schleusen am 60 Kilometer langen Wesel-Datteln-Kanal vom Niederrhein ins Ruhrgebiet die Poller zum Festmachen der Schiffe marode. Die Schleusen können deshalb nur eingeschränkt genutzt werden. Es entstehen laut BDB bis zu zwölf Stunden Wartezeit und hohe Zusatzkosten.

Der Wesel-Datteln-Kanal gilt als Hauptschlagader für die Versorgung des Ruhrgebiets mit Massengütern wie Kohle oder Chemieprodukten. Allein das Kohlekraftwerk Lünen benötige rund 35 000 Tonnen Kohle pro Woche. Wenn die Lieferungen per Schiff auf Dauer behindert würden und Kunden auf Lieferungen per Lastwagen umstellten, drohe dem ohnehin massiv belasteten Straßennetz der Region der Kollaps, erklärte der Verband.

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