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Zur Einheitsfeier in Dresden

Brandanschlag auf Polizeifahrzeuge und Pöbeleien

Dresden Die Lage in Dresden ist nach zwei Sprengstoffanschlägen und einer Bombenattrappe angespannt. In der Nacht zu Sonntag werden drei Polizeifahrzeuge angezündet und Unbekannte sprühen die Polizei beleidigendes Graffiti an eine Hauswand. Außerdem pöbeln Pegida-Anhänger bei einem Empfang islamischer Gemeinden Dresdens Bürgermeister an. Hängen die verschiedenen Taten zusammen?

Brandanschlag auf Polizeifahrzeuge und Pöbeleien

Die Fahrzeuge sind nicht mehr einsatzfähig. Foto: Roland Halkasch

Parallel zu den zentralen Einheitsfeiern in Dresden haben dort Unbekannte drei Polizeifahrzeuge angezündet. Verletzt wurde dabei in der Nacht nach Behördenangaben niemand, es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

Die Ermittler gehen von einer politischen Tat aus und sehen einen Zusammenhang zu den bis Montag andauernden Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Ein Bekennerschreiben liege bislang nicht vor, hieß es am Sonntag. Die Autos waren auf einem Parkplatz im nördlichen Szeneviertel Dresden-Neustadt abgestellt.

Nach zwei Sprengstoffanschlägen und einer Bombenattrappe in der Stadt ist die Lage angespannt. Die Polizei hat rund 2600 Beamte zusammengezogen und ist seit Tagen in Alarmbereitschaft.

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Etwa 2,5 Kilometer entfernt vom Tatort sprühten Unbekannte in der Nacht zudem den Schriftzug "ganz Dresden hasst die Polizei" an eine Hauswand. Ein 20-jähriger Dresdner wurde deswegen festgenommen. Weil die Polizei in beiden Fällen das Ziel sei, werde nun ein möglicher Zusammenhang geprüft, erklärte ein Sprecher.

Großes Fest zum Tag der Deutschen Einheit

Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit hatten am Samstag mit einem großen Bürgerfest in der barocken Altstadt begonnen. Bis einschließlich Montag wird mit rund 750 000 Besuchern gerechnet. Dann, am eigentlichen Feiertag, werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden erwartet.

Am Mittag öffnet der Landtag seine Türen für die Bürger, bei schönem Wetter soll am Nachmittag im Dresdner Zwinger eine 100 Meter lange Kaffeetafel für rund 300 ehrenamtlich Engagierte aus ganz Deutschland aufgebaut werden. Am Abend wird die Altstadt für eine Inszenierung in buntes Licht getaucht.

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Ein linkes Bündnis hat für den Nachmittag (16.00 Uhr) zu einer Demonstration gegen die Feierlichkeiten aufgerufen. Die Route verläuft jedoch in einiger Entfernung zum Bürgerfest.

Noch vor Beginn der Feierlichkeiten wurde am Samstagmorgen ein Mann vorübergehend in Gewahrsam genommen, der vermummt und mit einer Eisenstange in der Hand in der Innenstadt unterwegs war. Der 33-Jährige stand unter Drogen, berichtete ein Polizeisprecher.

Pöbeleien von Pegida-Anhängern gegen Dresdens Oberbürgermeister

Außerdem ist Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beim Empfang von Vertretern islamischer Gemeinden von Pegida-Anhängern beleidigt und angepöbelt worden. Hilbert, der am Sonntag zum islamischen Neujahrsfest ins Rathaus geladen hatte, wurde von Pöbelnden scharf angegangen und mit „Hau ab“- und „Volksverräter“-Rufen empfangen. Vor dem Rathaus protestierten zudem mehrere Menschen gegen eine Verschleierung muslimischer Frauen. Als ein Mann von der Polizei weggeführt wurde, kam es zu Tumulten. Laut Einsatzleitung wurde Hilbert dabei auch angefasst.

Um das islamische Neujahr zu begehen, waren Vertreter der drei Moscheen in der Stradt ins Dresdner Rathaus gekommen und von Hilbert begrüßt worden. Darunter war auch der Imam der Dresdner Moschee, auf die am Montagabend ein Sprengstoffanschlag verübt wurde. „Ich hoffe, dass die Täter, sobald gefunden, eine gerechte Strafe erhalten“. erklärte Hilbert am Sonntag. 

DRESDEN Bei Pegida in Dresden liegen die Nerven blank. Anhänger beschimpfen sich gegenseitig. Rund 60 Demonstrationsteilnehmer haben sich hinter die ehemalige Pegida-Frontfrau Tajana Festerling gestellt, um gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann zu protestieren; dieser stellte daraufhin die Vertrauensfrage.mehr...

von dpa

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